„Man muss denen in die Suppe spucken“: Gerhard Thanhäuser mit seiner 96-jährigen Mutter und der Benachrichtigung über einen angeblichen 5000-Euro-Gewinn, mit dem die 96-jährige Seniorin aus dem Würmtal auf eine Kaffeefahrt gelockt werden soll. Foto: Sauer

Angebliche 5000-Euro-Gewinne: Senioren droht Abzocke

Würmtal - Die Polizei ist alarmiert: Im Würmtal kursieren vermeintliche Gewinnbenachrichtigungen, mit denen vornehmlich ältere Bürger auf Verkaufsfahrten gelockt werden sollen.

Die Masche ist immer gleich: Erst kommt die verlockende Gewinnbenachrichtigung mit Ausflugsangebot, dann folgt die Abzocke. Dubiose Unternehmen versprechen Barauszahlungen auf bunt-gestalteten Eilsendungen, die derzeit ins Würmtal verschickt werden. Die Polizei mahnt zur Vorsicht: Es handelt sich um Kaffeefahrten.

So gaukelt etwa die „Urlaubsplus Reisen UG“ Wolfgang Zinkel aus Krailling vor, 5000 Euro gewonnen zu haben. „Ich soll mich schriftlich anmelden, dann kriege ich Bescheid, wann und wo ich zum kostenlosen Ausflug abgeholt werde“, sagt Zinkel. Zweimal hat er ein solches Schreiben schon weggeworfen, doch der Absender ist penetrant. „Ich falle nicht drauf rein“, stellt er klar. „Ich möchte andere warnen.“

Das will auch Gerhard Thanhäuser. Seiner 96 Jahre alten Mutter hat die besagte Reise-Firma eine Gewinnbenachrichtigung in ein Würmtaler Altenheim geschickt. 5000 Euro soll sie angeblich bekommen. „Unglaublich sowas“, schimpft Thanhäuser, der das Schreiben sofort als Einladung zu einer Kaffeefahrt enttarnt hat. „Die Teilnehmer solcher Veranstaltungen werden mit psychologischen Tricks zum Kauf von Ramsch-Ware zu völlig überhöhten Preisen gezwungen.“ Die versprochene Barauszahlung erfolge natürlich nicht. Thanhäuser ärgert besonders, dass die Masche auf Altenheimbewohner angewandt wird. „Es trifft dabei eine Menschengruppe, die den betrügerischen Hintergrund nicht sofort durchblicken kann.“ Thanhäuser fordert: „Man muss denen in die Suppe spucken.“

Das hat die Polizei schon oft versucht. Ohne Erfolg. „Es liegt kein direkter Betrug vor“, sagt Planeggs Polizeichef Siegfried Janscha, den in den vergangenen Tagen zwei Frauen aus Planegg und Krailling und ein Mann aus Gräfelfing über den Erhalt von Gewinnbenachrichtigungen informiert haben. „An die Hintermänner kommt man schlecht ran“, weiß Janscha. Schließlich hätten sie ihren Sitz im Ausland oder Briefkastenadressen, unter denen niemand zu erreichen sei. Zwar sei laut Gesetz der Gewinn einklagbar, „aber man muss das ganze Geld für den Gerichtsprozess vorstrecken“.

Nun schickt die Polizei einen Lockvogel los: Eine „Gewinnerin“ aus dem Würmtal soll auf das Schreiben antworten, so dass die Polizei über Ort und Zeit der Abholung Bescheid weiß und die Teilnehmer warnen kann.

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