Die Eltern der Kindergartenkinder von St. Martin möchten, dass in der Einrichtung Frieden einkehrt und ihr Fortbestand gesichert wird. Foto: js

Angst um den Kindergartenplatz

Planegg - Im Kindergarten St. Martin brodelt es: Mehrere Mitarbeiter planen die Kündigung, Eltern schlagen aus Sorge um den Bestand der Einrichtung Alarm.

Die Verunsicherung unter den Eltern ist groß. Viele befürchten, dass der Betrieb des Kindergartens St. Martin im laufenden Jahr nicht aufrecht erhalten werden kann, weil drei Kinderpflegerinnen und eine Erzieherin kündigen wollen. „Wenn das Personal fehlt, gibt es keine Betriebserlaubnis“, klagt Sandra Reimann, Vorsitzende des Elterbeirats. Angesichts des Fachkräftemangels sei es schwer, Ersatz zu finden. „Mehr als 50 Kinder könnten von heute auf morgen auf der Straße stehen.“ Dann stünden alleinerziehende Mütter wie sie vor einem Existenzproblem. „Die Wartelisten für Betreuungsplätze sind lang, ich müsste meinen Job aufgeben.“

Kritik richtet die Elternsprecherin in erster Linie an die Kindergartenleiterin, die im September ihre Arbeit in Martinsried aufgenommen hat. Durch ihre „Tabula-rasa-Methode“, mit der sie Neuerungen durchsetzen wolle, vertreibe sie drei Kinderpflegerinnen, die neun, 18 und 23 Jahre lang in St. Martin mitgewirkt hätten, so der Vorwurf. Um auf die Lage des katholischen Kindergartens aufmerksam zu machen, wandten sich Eltern an Anicet Mutonkole, Pfarrer von St. Elisabeth, an das Erzbischöfliche Ordinariat München und an Bürgermeisterin Annemarie Detsch. Ihre Forderung: „Wir wollen nicht bangen müssen, am Montag keinen Kindergartenplatz mehr zu haben.“

Beim Ordinariat ist der Hilferuf angekommen. „Wir haben Verständnis für die Sorgen und Nöte der Eltern“, sagt Bernhard Kellner, Pressesprecher der Erzdiözese München und Freising. „Wir bemühen uns um eine baldige und vernünftige Lösung und werden dazu mit allen Beteiligten vor Ort Gespräche führen.“

Pfarrer Mutonkole liegt bislang keine Kündigung vor. „Wir wollen, dass der Kindergarten weiter existiert und tun alles dafür, freie Stellen zu besetzen“, betont er. Da weniger Neuanmeldungen vorlägen als sonst, sei ab September mit zwei statt drei Gruppen zu rechnen, weshalb zwei statt drei neue Mitarbeiter gefunden werden müssten. Mutonkole ist zuversichtlich: „Wir werden eine Lösung finden.“ Schon in der Vergangenheit habe es Probleme gegeben, sagt er mit Blick auf die vorige Kindergartenleiterin, die nach 23 Jahren gegangen war. In der aktuellen Situation mahnt er zu Besonnenheit. „Immer, wenn es Veränderungen gibt, gibt es Schwierigkeiten.“

Auf die Vorwürfe reagierte Kindergartenleiterin Julitta Orlob im Merkur-Gespräch sachlich. „Ich kenne die Sorgen der Eltern und nehme sie ernst“, sagt die Erzieherin, die auf eine 34-jährige Berufserfahrung zurückblickt. Diesbezüglich sei auch schon ein Elternbrief verschickt worden. Julitta Orlobs Bestreben ist die Umsetzung einer neuen Konzeption auf Grundlage des bayerischen Erziehungs- und Bildungsplans. Details werde sie bei einer Elternversammlung im Juni vorstellen.

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