Annäherung beim Mobilfunk

Gräfelfing - Beim Thema Mobilfunk scheint es eine Annäherung zwischen den Würmtal-Gemeinden zu geben. Planegg und Krailling interessieren sich nun selbst für das Gräfelfinger Modell, das zumindest Planegg bisher strikt ablehnte.

Viel Konkretes gibt es noch nicht. Doch glaubt man der Einschätzung von Gräfelfings Bürgermeisterin Uta Wüst, könnte in die verhärtete Mobilfunkfront zwischen Gräfelfing und Planegg, die im Streit um einen am Neunerberg geplanten Mobilfunkmast gipfelte, langsam Bewegung kommen.

Am Donnerstag berichtete Uta Wüst dem Bauausschuss, dass es eine Besprechung der drei Kommunen auf Bürgermeister-Ebene gab. Allerdings musste Planeggs Bürgermeisterin Annemarie Detsch sich da schon krankheitsbedingt vertreten lassen. Bei dem Treffen waren auch Experten des Umweltinstituts München zugegen, die das von ihnen betreute Gräfelfinger Konzept vorstellten. Dabei sei man sich einig gewesen, dass ein gemeinsames Vorgehen beim Mobilfunk vielversprechend sei. Bürgermeisterin Wüst: „Planegg zeigt sich jetzt auch offen für das Konzept des Umweltinstituts.“

Hintergrund der neuen Diskussionslage ist laut Gemeinderat Frank Sommer (Grüne), dass auch die anderen Gemeinden inzwischen „die Probleme bekommen, die Gräfelfing schon früher hatte“: Den Druck auf die Wohngebiete im Zug des Netzausbaus. Uta Wüst bestätigte: „Die anderen haben nun auch verstärkt Anfragen von Mobilfunkbetreibern vorliegen.“ Ex-Bürgermeister Christoph Göbel hatte stets darauf hingewiesen, dass auch die Gemeinde Planegg ein Versorgungsdefizit habe.

Frank Sommer betonte auf die kritische Anfrage von Ralf Brandtner (SPD), das Gräfelfinger Konzept entfalte seine Wirkung, auch wenn es noch nicht in Gänze umgesetzt sei. Sommer: „Wir haben seit Jahren keinen problembehafteten Netzausbau mehr.“ Mobilfunkantennen in Wohngebieten seien nicht mehr aufgerüstet oder gar neu aufgestellt worden. Das Gräfelfinger Modell verbietet Mobilfunkanlagen in Wohngebieten und bietet im Gegenzug einige wenige Großstandorte an, die möglichst weit abseits der Wohngebiete liegen.

Der neu belebte Dialog könnte auch beim Haupt-streitpunkt, dem von Gräfelfing geplanten Großmast am Neunerberg, zu einer Lösung führen, so die Gräfelfinger Einschätzung. So sei es denkbar, statt des einen 40-Meter-Mastes zwei kleinere Masten zu errichten. Eine solche Alternative soll nun laut Gräfelfinger Beschluss gemeinsam mit den anderen Kommunen und dem Umweltinstitut gesucht werden. Zudem soll die Kooperation mit den Nachbargemeinden beim Mobilfunk grundsätzlich vertieft werden.

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