Sorgenvolle Mienen: Nachbarn aus dem Grund und der Münchner Straße fürchten zunehmenden Verkehr und eine eingeschränkte Sicht, sollte der Plan von CSU und FDP umgesetzt werden und 80 Villen und Einfamilienhäuser entstehen. js

Anwohner protestieren gegen Neubau-Plan

Planegg - Gegen die Wohnbaupläne von CSU und FDP in Planegg formiert sich Protest. Bewohner des Grund und der Münchner Straße wollen eine Interessengemeinschaft gründen.

Sie sei schockiert und verängstigt gewesen, als sie von dem Plan erfahren habe, sagte Karin Fasser am Donnerstag zu Beginn der Planegger Bauausschusssitzung. Die Planeggerin wohnt seit über 15 Jahren mit ihrem Mann in einem Haus Im Grund 22. Der weite Ausblick über das Feld in Richtung Schloss sei besonders schön. Dieses Feld soll nach dem Willen von CSU und FDP mit bis zu 80 Villen und Einfamilienhäusern bebaut werden. Auf den Schlossblick müssten dann nicht nur Karin Fasser und ihr Mann, sondern die meisten Bewohner des Grund verzichten.

Seit Anfang März, als CSU und FDP das Projekt publik machten, glühen die Drähte in der Siedlung. Es ist nicht nur der schöne Blick, der auf dem Spiel steht, die Anwohner fürchten zusätzlichen Verkehr und eine drastische Veränderung des Gebietscharakters mit einhergehender Wertminderung der Immobilien.

In einem Infoschreiben hat Karin Fasser rund 50 Anwohner auf die Pläne der beiden Parteien aufmerksam gemacht. „Um Gottes willen“, „Ich glaub’, mich tritt ein Pferd“ oder „Die spinnen doch“ seien spontane Reaktionen gewesen, erzählt sie. Anfang kommender Woche will Fasser ihre Nachbarn zusammentrommeln, um Argumente auszutauschen und Stimmungen auszuloten.

Komplett gegen das Projekt ist sie aber nicht, „denn kein Mensch hat das Recht auf die Natur auf fremden Grundstücken“, sagt Fasser. In den aktuellen Plänen sei das Neubaugebiet aber „direkt an unsere Häuser rangepappt“. Als besonders „unverschämt“ empfindet Fasser, dass die Dussmann Wohnbau GmbH von CSU und FDP als Projektpartner auserkoren wurde. Als Dussmann 2011 Im Grund 2 sechs neue Doppelhaushälften und 13 Wohnungen verkaufte, habe die Firma mit dem unverbaubaren Blick auf das Planegger Schloss geworben. Dies bestätigte am Freitag auch ein Bewohner aus dem Grund 2 gegenüber dem Würmtal-Merkur. Eben diesen wunderbaren Blick würde das Neubaugebiet aber zunichte machen.

Nicht nur im Grund, auch an der Münchner Straße ist die Aufregung groß. „Durch die abseitige Lage der Neubaugebiete, ohne Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel, wäre auch ein enormes zusätzliches Verkehrsaufkommen die Folge“, schrieb Anwohnerin Helga Mairhofer in einem Brief an den Würmtal-Merkur. In ihrer Verunsicherung wandten sich viele Bürger ans Rathaus. Bürgermeisterin Annemarie Detsch beschloss daraufhin, den CSU/FDP-Antrag sobald als möglich auf die Tagesordnung des Gemeinderats zu setzen. Dieser tagt am kommenden Donnerstag, 21. März. Karin Fasser und ihr Mann werden sich die Sitzung nicht entgehen lassen.

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