Applaus für verspätetes Neujahrskonzert

- Philludiker in der Musikschule

Gräfelfing (td) - Es ist eine Frage der Interpretation. Dass etwa vier Wochen des Jahres 2003 schon ins Land gegangen sind, war für die Gräfelfinger Jugendmusikschule kein Hinderungsgrund, ein Konzert zum neuen Jahr zu veranstalten. Auf dem Programm stand Musik verschiedener Art seit dem 18. Jahrhundert. Es spielten die Münchner Philludiker, die Leitung hatte Martin Hannus.

Die Münchner Philludiker sind ein Laienorchester, das 1991 gegründet wurde und sich aus Absolventen, Eltern und Lehrern des Ludwigsgymnasiums in München rekrutiert. Der ungewöhnliche Name setzt sich aus dem griechischen Wort "philoi" für Freunde und dem lateinischen Begriff "ludus" für Spiel zusammen. Markus Hannes, Schüler von Jacques Delacote, Ekkard Wagner und Bruno Weil an der Münchner Musikhochschule, übernahm vor einem Jahr das Ensemble.

Zu Anfang stellten die Philludiker eine Suite in D-Dur von Georg Friedrich Händel vor. Drei separat postierte Trompeter sorgten dafür, dass das nicht ganz kleine Orchester mit seinem stattlichen Streicherapparat dem festlichen Charakter eines Neujahrskonzertes gemäß repräsentativ unterstützt wurde. Allen Mitspielern des Orchesters war anzumerken, dass sie mit Leib und Seele ihre Aufgabe gerecht zu werden trachteten.

Gegenüber den bei Händel dominierenden Streichern zeigten, anhand einer Harmoniemusik für Bläser nach Abschnitten aus der Oper "Don Giovanni" ein Oktett aus zwei Oboen, zwei Klarinetten, zwei Hörnern und zwei Fagotten, dass die Philludiker der Musik von Wolfgang Amadeus Mozart einen wichtigen Anteil ihrer Aktivitäten widmen.

Wirkten manche Sätze auch etwas flott, so war es doch für viele Hörer eine freudige Wiederbegegnung mit alten Freunden wie der sogenannten Champagnerarie. Dem Duett "I ci a darem la mano" oder dem berühmten Menuett aus dem ersten Akt. Als sie nach der Darbietung von Musik aus dem zweiten Finale der Oper besonderen Beifall zollten, merkten sicher nicht wenige von ihnen, dass die Arie "Non piu andrai" aus der Oper "Le nozze di Figaro" stammte und wegen ihrer Beliebtheit von Mozart als Bläsermusik in den "Don Giovanni" übernommen wurde.

Mit den "Elegischen Melodien" op. 34 von Edvard Grieg und dem "Jäger aus Kurpfalz" op. 45 Nr. 3 von Paul Hindemith demonstrierten die Philludiker ihre Beschäftigung mit Musik des 19. und 20. Jahrhunderts.

Gerade letzteres Stück aus Hindemiths "Sing- und Spielmusiken für Liebhaber und Musikfreunde" op. 45 schien der Komponist den Philludikern auf den Leib geschrieben zu haben.

Wie es zu einem richtigen Neujahrskonzert gehört, waren am Schluss des Programms beliebte Unterhaltungsmusiken angesetzt. Neben dem Florentiner Marsch von Julius Fucik op. 214 erklangen da der "Gabrielen-Walzer" op. 68 von Johann Strauß und die "Galopin-Polka" op. 237 von seinem Bruder Josef Strauß. Einen Höhepunkt stellte die "Pizzicato-Polka" von Josef und Johann Strauß dar, die Sonderapplaus erhielt und anstatt irgendeiner Zugabe wiederholt wurde. Am anderen Tag war das Konzert mit derselben Programmfolge im Augustinum München-Neufriedenheim angesetzt.

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