Asyl-Helferkreise werben für Unterstützung

Planegg - Die ehrenamtlichen Helfer bereiten sich auf steigende Flüchtlingszahlen vor. Große Sorgen bereitet ihnen die Unterbringungsfrage.

„Wie kann ich helfen?“ Eine Frage, die mehr als 50 interessierte Bürger in die Volkshochschule Würmtal nach Planegg kommen ließ. Dass es Flüchtlinge in Neuried, Planegg, Krailling und Gräfelfing gibt, ist bekannt. Aber wie kann diesen traumatisierten Menschen, die meist eine monatelange Odyssee durch Europa hinter sich haben, akut geholfen werden? „Ein Thema, das die Bürger hier berührt, aber über das es noch nicht viele Infos gibt“, sagt Vhs-Geschäftsführerin Veronika Wagner. Zusammen mit der Würmtal-Insel arrangierte die Volkshochschule deshalb jetzt einen Infoabend. Wagner: „Wir möchten ganz konkret aufzeigen, was hier vor Ort bereits aktiv getan wird. Aber auch, wo helfende Hände gebraucht werden.“

Dass es Bedarf an ehrenamtlichen Helfern gibt, daran lassen die Zahlen von Henrike Sternstein-Böttcher von der Koordinierungsstelle Asylbewerberunterbringung des Landratsamtes München keinen Zweifel: „Da kommt auf das Würmtal noch einiges zu“, sagte Sternstein-Böttcher. Bis Ende 2015 rechnet das Landratsamt für Planegg mit einem Anstieg von derzeit zwölf auf 99 Asylbewerber. In Gräfelfing soll die Zahl von 35 auf 125 steigen. Und in Neuried erwartet man 65 weitere Flüchtlinge.

Eine große Aufgabe für die Gemeinden, besonders jedoch für die Helferkreise Asyl. Diese ehrenamtlichen Vereinigungen haben es sich zur Aufgabe gemacht, Flüchtlinge bei ihrer Ankunft und in den ersten Monaten im fremden Land größtmöglich in einem ungewohnten Alltag zu unterstützen. Wie beispielsweise beim Zurechtfinden im Dickicht des Behördendschungels, beim Durchlaufen des Asylverfahrens, beim Einkaufen oder beim Erlernen der Sprache. „Wir bieten zweimal in der Woche, hier in einem Raum der Vhs, einen Deutschkurs an“, berichtete so etwa Friederike Rother, die ihren engagierten Helferkreis für Planegg-Krailling-Gräfelfing, wie Heinrich Heine für Neuried und Claudia von Maltitz für Gauting, vorstellte. Die Herausforderungen für die Helfer reichen dabei von ständig kaputten Fahrrädern, die als wichtiges Hilfsmittel zur Überwindung der gerade im Würmtal dezentralen Lage der Flüchtlings-Unterkünfte fungieren, über die Schwierigkeit geeignete Therapieplätze für Folteropfer zu erhalten bis hin zur deutschen Mülltrennung.

Große Bauchschmerzen, vor allem im Hinblick auf die noch zu erwartenden Flüchtlinge, bereitet den Helferkreisen und Landratsämtern jedoch die Wohnungsnot. Die bis dato bestehenden und in Planung befindlichen Unterkünfte im Landkreis könnten leider noch nicht die avisierten Flüchtlingszahlen decken, so Henrike Sternstein-Böttcher vom Landratsamt. „Genau hier können Sie helfen“, weiß auch Werner Steinmetz, Leiter des Arbeitskreises Asyl von Amnesty International München, der einleitend die Flüchtlingsproblematik in Europa und den Ablauf eines Asylverfahrens zusammengefasst hatte. Wer leerstehenden Wohnraum kennt oder selbst eine Wohnung oder ein Zimmer zur Verfügung stellen möchte, soll sich bei den entsprechenden Helferkreisen melden. Aber auch Angebote für Arztbesuche, Deutschunterricht, Kinderbetreuung oder Hilfe in der Verwaltung und Organisation sind jederzeit willkommen.

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