Asylbewerber: Planegg lehnt Immobilie ab

Planegg - Planegg soll in den nächsten Monaten 80 weitere Flüchtlinge aufnehmen. Ein Angebot für eine Immobilie liegt vor. Doch man zeigt sich wenig begeistert.

Geht es um die Unterbringung von Flüchtlingen, zeigt sich die Gemeinde Planegg aufgeschlossen. Die Frage bleibt jedoch: Wo sollen die 80 Flüchtlinge, die im nächsten halben Jahr zu erwarten sind, untergebracht werden?

Ein Privatmann hat der Regierung nun eine Immobilie im Gewerbegebiet von Martinsried angeboten. Dort will er 160 Flüchtlinge unterbringen. Die Gemeinde zeigt sich allerdings nicht überzeugt. Planeggs Bürgermeister Heinrich Hofmann wünscht sich eine eher dezentrale Unterbringung.

„So konzentriert auf einen Ort wollen wir das nicht“, sagt Hofmann. Er sehe dann Schwierigkeiten bei der Betreuung. „Schließlich ist es doch wesentlich einfacher, wenn wir das Engagement der Bevölkerung auf Martinsried und Planegg aufteilen“, erklärte Hofmann. 16 Flüchtlinge beherberge die Gemeinde Planegg bereits. Diese seien in kleineren Einheiten untergebracht. Der Bevölkerung falle es kaum auf, dass sie überhaupt hier seien, so das Gemeindeoberhaupt auf Merkur-Anfrage. Schließlich würde es ja auch darum gehen, diese Menschen gut zu integrieren.

Mehr Freude über das Angebot des Privatmanns zeigte indes Landrat Christoph Göbel. Er sei auch gerne bereit, der Sache nachzugehen, so Göbel. Eine solche Unterbringung würde deutlich die für Planegg angedachte Quote von rund 100 Flüchtlingen überschreiten. Diese wird proportional zur Einwohnerzahl aufgestellt. Göbel will danach sicherstellen, dass jede Gemeinde „ihren Teil dazu beiträgt“. Demnach müsse Gräfelfing 125 und Neuried 80 Personen aufnehmen.

Bezüglich der Unterbringung ordnet sich das Landratsamt jedoch unter. Wenn die Gemeinde Planegg auf eine dezentrale Lösung bestehe, solle das auch so sein. „Wir haben einen sehr, sehr konstrukiven Dialog mit Planegg“, erklärte der Landrat. Außerdem gebe es noch - neben der Immobilie in Martinsried - weitere Möglichkeiten der Unterbringung. Welche das sind, wollte er zu diesem Zeitpunkt noch nicht mitteilen.

Wann mit den ersten Flüchtlingen zu rechnen ist, kann Hofmann nicht genau sagen. „Ungefähr in einem halben Jahr wird der erste Schwung kommen“, sagt er, „es wird wohl in zwei bis drei Wellen geschehen“. So könnten alle Helfer allmählich in ihre Aufgaben hineinwachsen. Die Gemeinde stehe jedenfalls schon in den Startlöchern. Diese Woche noch sollen laut Bürgermeister Gespräche mit dem Asylhelferkreis stattfinden, und zwar ganz unabhängig von der angebotenen Unterkunft in Martinsried. Zu seiner Offerte wollte der Eigentümer auf Anfrage keine weitere Auskunft geben.

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