Asylbewerber-Unterkunft am Bauhof

Krailling - Die Gemeinde Krailling will für die Aufnahme von Flüchtlingen ein Grundstück für Wohncontainer zur Verfügung stellen.

Krailling wird einen größer Beitrag zur Unterbringung von Asylbewerbern leisten müssen. Derzeit leben in der Gemeinde nur 17 Flüchtlinge. Für die Aufstellung von Containern will die Gemeinde jetzt ein Grundstück zur Verfügung stellen. Gemäß Verteilungquote müssten in der Gemeinde Krailling 52 Asylbewerber, bis Ende des Jahres sogar 71 untergebracht werden. Dass es derzeit nur 17 Flüchtlinge sind, ist anderen Kommunen im Kreis Starnberg zur verdanken, die ihr Soll mehr als erfüllen wie etwa Starnberg (derzeit 203 Asylbewerber),  Gauting (126) und Tutzing (104). Auf Sicht wird sich die Zahl der Asylbewerber in Krailling aber erhöhen, dass Landratsamt Starnberg hat die Gemeinde aufgefordert, ein zirka 1000 Quadratmeter großes Grundstück zur Aufstellung von Containern zu suchen. Der Gemeinderat kam am Dienstag überein, hierfür eine Fläche am gemeindlichen Bauhof ins Auge zu fassen. Der genaue Standort soll noch festgelegt werden.

Wie berichtet, will die Gemeinde das Bauhof-Areal von der Kongregation der Barmherzigen Schwestern erwerben. „Der Kauf wird demnächst über die Bühne gehen“, sagte Bürgermeisterin Christine Borst. Das Grundstück für die Asylbewerber-Unterkunft müsse sich nämlich im Eigentum der Gemeinde befinden.

Mehreren Gemeinderäte erschien der gemeindliche Bauhof zu weit abgerückt vom Ort. Imme Kaiser (Grüne) schlug die Maibaumwiese und das angrenzende Manhart-Grundstück als zentralen Standort vor. Erika Harder (SPD) regte an, beim Verband Wohnen anzufragen, ob man die leer stehenden Sozialwohnungen an der Margaretenstraße als Unterkunft nutzen könne. Dort sind bereits die derzeit in Krailling lebenden Asylbewerber untergebracht. Das Gebäude soll allerdings abgerissen werden und einem Neubau weichen. „Den müssten wir dann auf den Sankt Nimmerleinstag verschieben“, sagte Borst. Die Asylbewerber-Unterkunft sei nämlich auf rund sieben Jahre angelegt. Auch Sebastian Sefzig (FDP) warnte davor, den sozialen Wohnungsbau auf Jahre zu blockieren.

Borst bezeichnete das Bauhof-Areal als „ideales Grundstück“, da dort die erforderliche Infrastruktur vorhanden sei und es eine gute Verkehrsanbindung durch Linienbusse gebe. Dies sei eine Lösung, für die man sich nicht schämen müsse, meinte Sefzig. Letztlich fiel die Entscheidung für das Bauhof-Gelände einstimmig.

Stephan Bock (SPD) betonte, dass die Unterbringung der Asylbewerber eine mittel- und langfristige Aufgabe der Gemeinde bleiben werde. Im Landkreis Starnberg sind derzeit 742 Asylbewerber untergebracht, bis Ende 2015 erwartet man bis zu 1234 Flüchtlinge.

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