Seniorenbeirat

Auch der dritte Anlauf scheitert

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In Krailling wird es in absehbarer Zeit keine gewählte Seniorenvertretung geben. Auch der dritte Anlauf, einen Seniorenbeirat einzurichten, ist gescheitert.

Krailling – Das Thema dürfte für geraume Zeit vom Tisch sein: Der Kraillinger Gemeinderat hat am Dienstagabend der Forderung, einen Seniorenbeirat zu installieren, erneut eine Absage erteilt. Inzwischen zum dritten Mal. Die Entscheidung fiel mit 11:10-Stimmen denkbar knapp aus.

Die Gründung einer Seniorenvertretung hatten FBK, FDP und die SPD-Gemeinderätin Erika Harder beantragt. Dietlind Freyer-Zacherl (FBK) appellierte eindringlich an die CSU-Gemeinderäte, endlich einzulenken. „Es gibt in der Gemeinde viele Baustellen, wo Senioren Mitspracherecht haben sollten“, sagte sie mit Blick auf Bauvorhaben wie etwa für betreutes Wohnen oder ein Bürgerhaus. Wie berichtet, hatte Freyer-Zacherl im April 2016 ihr Mandat als Seniorenbeauftragte der Gemeinde niedergelegt, nachdem CSU und UWK damals die Einrichtung eines Seniorenbeirats vereitelt hatten.

Dietlind Freyer-Zacherl hob die Altersstrukur der Gemeinde hervor, rund ein Drittel der Bürger seien inzwischen im Seniorenalter – Tendenz steigend. Man könne Senioren nicht für Ehrenämter gerne heranziehen, ansonsten aber entmündigen, sagte Freyer-Zacherl. Vom Landratsamt Starnberg werde die Gründung eines Seniorenbeirats ausdrücklich gewünscht. „Eine nochmalige Ablehnung sollte sich der Gemeinderat nicht leisten“, heißt es in dem Antrag, den 48 Bürger mit ihren Unterschriften unterstützt hatten.

Auch die Grünen befürworteten den Antrag. Sie sehe viel Potenzial bei den älteren Bürgern, die Gemeinde zu unterstützen, sagte Adrienne Akontz. Erika Harder erklärte, dass Einrichtungen wie die Würmtal-Insel oder der Arbeitskreis „Lokomotive“ überbelastet seien. Ein Seniorenbeirat könne diesen gut zuarbeiten. „Haben Sie Angst, ihren Einfluss auf Senioren zu verlieren?“, fragte Harder an die Adresse der CSU.

Für die Christsozialen ist ein Seniorenbeirat schlicht nicht erforderlich, wie Mathias Walterspiel betonte „ In einer kleinen Gemeinde wie Krailling kann der Gemeinderat diese Dinge selbst stemmen.“ Er warnte davor, dass sich die Arbeit der Gemeindegremien „atomisiert“. Aus Gründen der Gerechtigkeit müsse man dann auch anderen Bevölkerungsgruppen wie Unternehmern oder der Jugend einen Beirat zugestehen. Dies führe zu einer weiteren Bürokratisierung. Die Seniorenbeauftragte Eleonore Zwißler (CSU), sprach sich strikt gegen eine gewählte Seniorenvertretung aus. Es bedürfe ohne Not keiner Einrichtung, die lediglich Geld koste und die Arbeitsbelastung der Verwaltung erhöhe. Bürgermeisterin Christine Borst wies darauf hin, dass im Landkreis Starnberg bis dato nur fünf der insgesamt 14 Kommunen der Empfehlung des Landratsamtes nachgekommen seien.

Karin Wolf (UWK) erklärte, die Kraillinger Senioren seien auch ohne eigene Vertretung mündig. Sie kämen in die Seniorensprechstunde und meldeten sich auch in der Gemeindepolitik zu Wort. Mit der Stimme von Karin Wolf lehnte die CSU den Antrag ab.

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