"Auch im Würmtal gibt es versteckte Armut"

- Pastoralassistentin spricht bei der Jungen Union in Krailling

VON BENEDIKT GARSKY Krailling - Die Junge Union in Krailling befindet sich mitten in einem Imagewechsel. In Anzug gekleidete BWL-Studenten, die BMW fahren - dieses Klischee ist längst überholt, wenn man dem Vorsitzenden Bernhard Schindler Glauben schenken darf. Auch die Veranstaltungen sollen künftig ganz neue Aspekte bieten.

Am ersten Mittwoch im Monat trifft man sich zum traditionellem Stammtisch. Schindler ist das aber zu wenig. Er lädt in regelmäßigen Abständen zu einem "Talk" ein. Damit versucht er ein abwechslungsreiches Programm zu gestalten, so dass sich die Jugend besser verstanden fühlt. "Uns ist es egal, aus welchem Bereich diese Person kommt, Hauptsache es gibt Vieles zu entdecken", sagt er. An diesem Abend konnte er die Pastoralassistentin der Pfarrei St. Elisabeth Sylvia Braun begrüßen.

Das Gespräch begann gleich mit einem Paukenschlag, als Braun sich über die Seelsorge äußerte: "Im Würmtal gibt es die versteckte Armut. Leute kommen häufig und erzählen erst im Laufe des Gespräches von ihren Geldsorgen." Diese Erfahrung hat die junge Frau in ihrer Amtszeit seit Herbst 2003 gesammelt. Es wurde aber schnell deutlich, dass sie darauf bedacht war, den Spagat zwischen geistlichen und weltlichen Sichtweisen in Balance zu halten. Braun, die in der vergangenen Woche ihre Fastenwoche abgehalten hatte und nur Tee und Suppe zu sich nahm, zog oftmals Vergleiche zwischen der Kirche und der Politik. Beide würden beispielsweise unter der akuten Nachwuchsproblematik leiden. Privat zeigte sich die Pastoralassistentin von einer anderen Seite. Hobbys wie Radeln und Wandern stehen ebenso hoch im Kurs, wie ihr Lieblingslied "let it be" von John Lennon. "Das Thema Krieg stand zwar auf meinem Zettel, aber ich habe es absichtlich nicht angesprochen", sagte Schindler am Schluss des Gespräches. Zu locker und positiv war der Talk, da hätte man Vieles womöglich zerstört. Auch Braun äußerte sich nicht zu diesem Thema. Für die Junge Union war der Abend sehr erfolgreich. "Man hatte das Gefühl, dass sich jeder, insbesondere Frau Braun, wohl gefühlt hat", sagt Schindler. Am 23. Mai lädt St. Elisabeth zum Stammtisch ein. Das Motto wird aber dasselbe sein: Kirche-Politik.

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