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Kong im Kreis seiner neuen Familie: (v.li.) Herma Schöningh, Frieso (14), Kong (16), Tjado (12) und Tomke (17) beim Verzieren eines Lebkuchenhauses.

Thailänder kann in Gräfelfing und am Kurt-Huber-Gymnasium bleiben

Austauschschüler Kong findet ein neues Zuhause

Gräfelfing - Der thailändische Austauschschüler Kong ist glücklich, er kann in Gräfelfing bleiben. Händeringend suchte er eine neue Gastfamilie – und hatte Erfolg. Jetzt wird der 16-Jährige auf Weihnachten eingestimmt.

Zu Weihnachten werden in Thailand die Kaufhäuser dekoriert, gefeiert werde jedoch nicht, erzählt Kongphop Tantaranukul (16). Dass das auch anders geht, weiß der thailändische Austauschschüler nun. Dank Herma Schöningh kann Kong, wie er genannt wird, weiter in Gräfelfing bleiben, das dortige Kurt-Huber-Gymnasium besuchen und Weihnachten von einer traditionellen, der deutschen Seite kennenlernen.

Wie berichtet, hatte der höfliche junge Mann im November ein neues Domizil gesucht, weil ihn seine bisherige Gastfamilie nicht länger beherbergen konnte. Die Gräfelfingerin Herma Schöningh las seinen Hilferuf in unserer Zeitung. Sie sprach mit ihrer Tochter, die daraufhin einen Brief an Kongs Austauschorganisation „Youth for Understanding“ (YFU) aufsetzte. Und schon nahmen die Dinge ihren Lauf. Das Erstaunliche: Außer Familie Schöningh meldete sich keiner bei der Organisation – weder aus Gräfelfing noch dem restlichen Würmtal. „Ich dachte, da kommen zig Leute und sagen, sie nehmen ihn“, sagt Herma Schöningh. Sie weiß, wie wichtig Gastfamilien sind. Ihre Tochter war selbst als Austauschschülerin in Amerika gewesen. Zudem sei ihr Neffe derzeit als Austauschschüler in Thailand.

Seit zwei Wochen lebt Kong nun bei Schöninghs, die selbst drei Kinder haben. In Vorbereitung auf Heiligabend singt der junge Thailänder deutsche Weihnachtslieder. Mit seiner Gastmutter hat er ein Knusperhäuschen gebacken. „Ich habe bisher noch nie gebacken“, sagt Kong und findet es toll. Er freue sich auf Weihnachten – und es ist ihm anzumerken, dass er dies nicht nur aus Höflichkeit sagt. Über die Feiertage wird Kong viele Weihnachtslieder singen, er wird die Bescherung kennenlernen, „und in die Kirche nehme ich ihn auch mit“, sagt Herma Schöningh. Das Lied „Stille Nacht“ hat er übrigens besonders schnell gelernt, die englische Version davon kannte er schon aus Thailand.

Kong und seine Gastfamilie verstehen sich gut. So gut, dass der Thailänder nach dem ersten Treffen am liebsten gleich dageblieben wäre. „Er kam dann eine Woche früher als geplant“, berichtet Herma Schöningh. Am Dienstag habe er sie mit einer Betreuerin von YFU zusammen besucht, am Samstag sei er bereits mit fünf Koffern eingezogen. „Er ist sehr, sehr unkompliziert“, sagt Herma Schöningh, die nicht bereut, dass sie Kong bei sich im Gästezimmer aufgenommen hat. Und die es keineswegs stört, Weihnachten erstmals mit einem Gast zu feiern.

Victoria Strachwitz

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