Merkur-Test-Einkauf in einem Würmtaler Supermarkt: mittlere Preislage zwischen Discounter und Bioladen. Foto: Jürgen sauer

Ausweichen auf Bioprodukte hat seinen Preis

Würmtal - Nach dem Dioxin-Skandal kaufen viele Würmtaler vermehrt in Bioläden ein. Der Würmtal-Merkur hat 18 Produkte in einem Discounter, einem Supermarkt und einem Bioladen erworben.

Zumindest eine Branche kann sich als Gewinner des Dioxin-Skandals fühlen: In den Würmtaler Bioläden ist seit Bekanntwerden des Dioxin-Skandals Hochbetrieb. Immer mehr Kunden kaufen Produkte aus biologischem Anbau oder aus der Region. Doch die hohe Qualität dort kostet. Der Würmtal-Merkur hat am Montagvormittag 18 Produkte in einem Würmtaler Discounter, einem Supermarkt und einem Bioladen eingekauft. Während wir dafür in dem Discounter 15,23 Euro ausgaben, waren in dem Bioladen 37,46 Euro fällig - fast das Dreifache.

Der hohe Preisunterschied sei jedoch berechtigt, heißt es in den Bioläden. „Unser Biofleisch kommt von Tieren, die im Gegensatz zur herkömmlichen Haltung einen großen Auslauf haben, ihr Futter enthält keine Zusatzstoffe, die Tiere bekommen keine Antibiotika und dürfen wesentlich länger leben, bis sie geschlachtet werden - das verursacht natürlich wesentlich höhere Kosten“, sagt Hans Kunath, Filialleiter des „Herrmannsdorfer“ in der Gräfelfinger Bahnhofstraße.

Auch andere Produkte wie Obst und Gemüse würden nachhaltiger angebaut, etwa unter Verzicht auf Stickstoff-Dünger. Dies alles erhöhe die Qualität der Produkte erheblich - aber eben auch die Kosten. Hinzu komme das viele Fachpersonal in den Läden. „Bedenken muss man auch, dass Bioläden eine wesentlich höhere Wegwerfquote haben, da etwa unbehandeltes Obst natürlich nicht so lange hält wie genmanipulierte Tomaten manch anderer Geschäfte“, sagt Marin Moro, Filialleiter des Gräfelfinger „Landmanns“.

wer weniger Fleisch und stattdessen mehr Gemüse isst sowie selber kocht statt Fertiggerichte zu kaufen, kann allzu hohe Kosten für Biolebensmittel vermeiden, sagt Daniela Müller, Verkäuferin im Planegger Biomarkt „regional & frisch“. „Auch wir haben schließlich stets einige Sonderangebote - und die Investition in gute Lebensmittel lohnt sich immer, vor allem wenn man zum Beispiel Kinder hat.“

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