Die Autobahnbrücke an der Pasinger Straße in Gräfelfing wird 2014 abgerissen und durch eine neue ersetzt. Dabei will die Gemeinde auf eine verbesserte Situation für Fußgänger und Radfahrer aus der Heitmeiersiedlung drängen. Foto: js

Autobahnbrücke weicht einem Neubau

Gräfelfing - Als die Gräfelfinger am 28. April auf der A 96 im Stau standen, weil Bagger die Brücke an der Westendstraße abrissen, ahnten sie nicht, dass die wichtigste Autobahnbrücke in Gräfelfing das gleiche Schicksal ereilen wird. 2014 ist das der Fall: Die Brücke, auf der die St 2063 verläuft, muss einem Neubau weichen.

„Diese Brückenbauwerke sind beide über 40 Jahre alt. Da wird eine Generalinstandsetzung nötig“, sagt Josef Seebacher, Pressesprecher der Autobahndirektion Südbayern. Zuvor prüfe die Behörde jedoch genau, ob eine Sanierung oder ein Neubau wirtschaftlicher sei. Ergebnis an der Münchner Westendstraße wie auch an der Pasinger Straße in Gräfelfing: Ein Neubau ist sinnvoller, weil billiger. Im Falle Gräfelfings rechnet die Autobahndirektion mit Kosten von rund vier Millionen Euro.

Im Frühjahr 2014 errichtet eine Firma zunächst rechts und links der bestehenden Brücke zwei Behelfsbrücken; eine für die Autos, die andere für Fußgänger und Radfahrer. Diese Provisorien bestehen aus Stahlträgern und werden nach Fertigstellung der neuen Brücke wieder entfernt. Sobald sie stehen, erfolgt der Abriss der bisherigen Brücke, dann der Neubau. Seebacher: „Die gesamte Maßnahme dauert bis Jahresende 2014.“

Derzeit laufen die geologischen Untersuchungen für die Fundamente dieser provisorischen Brücken. Die Pläne für die neue Brücke liegen bereits auf dem Tisch und stehen kurz vor der Ausschreibung. Dieser fortgeschrittene Planungsstand, der erst durch die Merkur-Recherche bekannt wurde, sorgt im Gräfelfinger Rathaus für einige Aufregung. „Das haben wir so nicht gewusst“, sagt Bauamtsleiterin Elisabeth Breiter. Und Bürgermeister Christoph Göbel teilte auf Anfrage mit, er sei „not amused“. Göbel: „Das ist ja Wahnsinn, wie die Behörden hier miteinander kommunizieren.“ Dass diese wichtige Planung fast an Gräfelfing vorbei gelaufen wäre, könnte daran liegen, dass drei Stellen mit dem Bauwerk zu tun haben: Die Autobahndirektion ist Eigentümer und Bauherr, das Staatliche Bauamt Freising ist für die Staatsstraße zuständig, und da die Brücke innerorts verläuft, hat die Gemeinde bei den Geh- und Radwegen ein Wörtchen mitzureden.

Letzteres ist bisher wenig bis gar nicht vernommen und berücksichtigt worden, auch wenn die Autobahndirektion beteuert, alles kommuniziert zu haben. Dabei hat die Gemeinde an einen Neubau dieser Brücke nennenswerte Wünsche zu stellen. Denn über sie verläuft die einzige Verbindung zwischen der Heitmeiersiedlung und dem Hauptort - mit bisher mehr als dürftigen Platz- und Sicherheitsverhältnissen für Fußgänger und Radfahrer. Aus diesem Grund hatte die Gemeinde sogar schon den Neubau einer kleineren Brücke erwogen. Bürgermeister Göbel: „Wenn die gesamte Brücke nun erneuert wird, legen wir größten Wert auf einen ordentlichen, sicheren Fuß- und Radweg für die Bürger aus der Heitmeiersiedlung.“ Die aktuellen Pläne sehen lediglich eine Verbreiterung des östlichen Weges von 2,25 auf drei Meter vor. Nun will die Gemeinde sich schleunigst einschalten.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Jeanette Hain: Rückkehr ins Idyll der Kindheit
Jeanette Hain: Rückkehr ins Idyll der Kindheit
Baurecht für günstige Mieten
Baurecht für günstige Mieten
Bürgerbegehren: 1100 Unterschriften gesammelt
Bürgerbegehren: 1100 Unterschriften gesammelt
Die aktuelle Entwicklung im Würmtal
Die aktuelle Entwicklung im Würmtal

Kommentare