Bahnhofsumbau später und teurer

Planegg - Der Umbau des Planegger Bahnhofsumfeldes wird schwieriger und teurer als erwartet. „Eine Horrorgeschichte“, sagt Gemeinderat Herbert Stepp (Gruppe 21).

Planegg - Eigentlich sollte die Verlagerung der Bahnanlagen bereits Ende vergangenen Jahres abgeschlossen sein. Doch es gab Schwierigkeiten: Zum einen fehlten grundlegende Bestandsunterlagen von Tochterfirmen der Deutschen Bahn AG, vor allem über technische Daten. Diese habe man neu erstellen müssen, berichtete Jenö Zeltner vom Ingenieurbüro Nickol & Partner am Donnerstag im Bauausschuss. Zum anderen sei es durch einen Bahnunfall in Olching im Frühjahr 2014 zu Verzögerungen gekommen, weil die Bahn die für Arbeiten erforderlichen Sperrzeiten gestrichen habe.

Fritz Haugg sah Fehler in der Vergangenheit. Man hätte beim Erwerb der Grundstücke vor rund zehn Jahren darauf pochen sollen, dass das Areal bereits von den alten Betriebsanlagen des ehemaligen Rangierbahnhofs freigemacht ist, erklärte der FDP-Gemeinderat. In der Regel verlege die Bahn die Anlagen aber nicht selbst, sagte Zeltner. Mit gutem Grund: Denn die Modernisierung nach erhöhten Technikstandards muss jetzt die Gemeinde übernehmen - auf eigene Kosten. Die Wertschöpfung der Bahn in Rechnung zu stellen, wie Herbert Stepp anregte, ist nicht möglich. Monika Schulz (SPD) zeigte sich verärgert darüber, dass Bestandsunterlagen nicht vorhanden waren. „Das haben wir beim Kauf nicht gewusst.“ Unterlagen habe es gegeben, so Zeltner, nur sei die Dokumentationspflicht heute eine ganz andere wie vor 30, 40 Jahren, als die Anlagen erstellt wurden.

Die Oberleitungsmasten auf dem Bahnhofsgelände sind inzwischen versetzt, jetzt steht die Verlegung der Elektro- und Telekommunikationsanlagen an. Sie sollen in einem Betonschalthaus nahe den Gleisen untergebracht werden. Kostenpunkt für das Gebäude: rund 32 000 Euro. Stepp sprach sich dafür aus, das zwölf Meter lange Häuschen im Hinblick auf die Neugestaltung zumindest aus dem unmittelbaren Blickfeld zu verschieben. Eine Tektur der bereits genehmigten Pläne wäre allerdings erneut mit einem erheblichen Zeitaufwand verbunden, wie Zeltner betonte. Das Schalthaus will man aber noch vor Wiesnbeginn aufstellen.

Als reine Baukosten sind für die Freimachung des Geländes eine halbe Million Euro netto veranschlagt. Hinzu kommen Planungs- und Nebenkosten von 100 000 bis 150 000 Euro. Vor allem für hochqualifizierte Fachleute, die die Anlagen abnehmen, seien die Preise explodiert, sagte Zeltner. Die so genannten Abnahmeprüfer sind derzeit schwer zu bekommen und verlangen Honorare mit Stundensätzen bis zu 200 Euro. Zeltner rechnet hier allein mit Kosten von bis zu 20 000 Euro.

Läuft alles nach Plan, sollen die Gemeindegrundstücke an der Bahn Mitte bis Ende 2016 bebaubar sein. Über die Planungen können sich Bürger am kommenden Dienstag, 23. Juni, im Foyer des Planegger Rathauses informieren. Dort werden ab 17.30 Uhr die Ergebnisse des Ideentwettbewerbs vorgestellt. Die Ausstellung ist anschließend bis zum 13. Juli zu sehen.

Auch interessant

Kommentare