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In der neuen Martinsrieder Ortsmitte müssen für Bauvorhaben 30 Bäume weichen: Und zwar am östlichen Ende der derzeitigen Grünfläche zwischen Fraunhofer- und Röntgenstraße (1, Ärztehaus), nördlich davon in der Lochhamer Straße (2, künftige Stellplätze) sowie westlich des großen Bauteils (3). Für die zu fällenden Bäume sind im Bebauungsplan umfangreiche Ersatzpflanzungen festgesetzt.

Rund 40 Bäume müssen Bauvorhaben weichen

In Martinsried kreischt die Motorsäge

Martinsried - In Martinsried wird heuer viel gebaut. Wann es genau losgeht, steht teils noch nicht fest. Trotzdem werden jetzt schon rund 40 Bäume gefällt. Schuld ist ein Gesetz.

Wo gehobelt wird, da fallen Späne. Martinsried bekommt heuer eine Flüchtlingsunterkunft, Studentenwohnungen, ein Ärztehaus, eine Abbiegespur für Autofahrer an der Münchner Straße und einen umgestalteten Radweg. Dafür müssen Bäume weg. Zwei im Park de Meylan, 30 in der Ortsmitte und acht bis zehn an der Münchner Straße – und das jetzt sofort.

Die Baumarbeiten beginnen kommende Woche. Und das, obwohl der genaue Baubeginn für die Projekte teils noch gar nicht feststeht. Schuld ist das Naturschutzgesetz. Aus Artenschutzgründen darf zwischen 1. März und 30. September kein Baum gefällt werden. Denn dann könnten in den Pflanzen Vögel brüten, erklärt der Leiter des Planegger Bau- und Umweltamtes, Richard Richter. Also kreischt die Säge in den kommenden zwei Wochen. Bis der Bagger kommt, könnte es dann teils noch eine Weile ruhig bleiben.

Was etwa die Rechtsabbiegespur für aus Richtung Neuried kommende Autofahrer von der Münchner Straße in Richtung Martinsried betrifft, hat das Straßenbauamt erst vor wenigen Tagen signalisiert, dass man die Maßnahme heuer verwirklichen will. Da dies sicherlich bis Oktober geschehen solle, müsse man jetzt tätig werden, meint Richter. Für die Rechtsabbiegespur müsste eigentlich gar kein Baum entfernt werden, aber „in diesem Zusammenhang verlegt man den Radweg so, dass die Radler gerader auf die Unterführung zufahren können und sich so früher sehen“, erklärt Richter. Um also die derzeitige Gefahrensituation für die Radler zu entschärfen, müssen acht bis zehn Bäume entfernt werden.

Es sei nicht leicht gewesen, eine Firma zu finden, die jetzt Bäume fällt, so Richter. Schließlich herrsche gerade Hochsaison. Und Planegg ist spät dran. Nicht nur das Straßenbauamt habe gerade erst entschieden, die Abbiegespur zu realisieren. Auch was die Flüchtlingsunterkunft betrifft, gab es erst kürzlich die Entscheidung, die Bäume zu fällen. Wie berichtet, hatte der Bauausschuss am 18. Januar beschlossen, den bestehenden Bolzplatz im Park de Meylan weiter nach Osten zu verlegen und sich dabei für die größere Variante (25 mal 37 Meter) entschieden. „Dadurch können die beiden Bäume zwischen dem noch vorhandenen Bolzplatz und den ehemaligen Stockbahnen nicht erhalten werden“, sagt Richter. Die Arbeiten im Park und an der Münchner Straße übernähmen jetzt Mitarbeiter des Bauhofs. Wann die für die Ortsmitte beauftragte Firma Zeit finde, stehe noch nicht ganz genau fest. Aber: „Am Montag geht es unter Umständen los“, vermutet Richter. Alle Bäume seien noch nicht sehr alt, versichert er. Und für einen Großteil werde es Ersatz geben. Richter liegen nur vier Fällanträge im Bereich der Ortsmitte vor, für die kein Ersatz gepflanzt werden muss. Für die beiden Bäume im Park müsste ebenfalls kein Ausgleich geschaffen werden.


Victoria Strachwitz

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