Baut O2 doch den 40-Meter-Masten?

Gräfelfing - Laut Planegger Gemeinderat Peter von Schall (FDP) ist der in Planegg umstrittene Mobilfunkmast am Neunerberg vom Tisch. Der Mobilfunkbetreiber O2 weist solche Aussagen zurück.

Der Planegger Gemeinderat Peter von Schall (FDP-Fraktion) hatte berichtete, dass der in Planegg höchst umstrittene Mobilfunkmast am Neunerberg beziehungsweise Max-Dieckmann-Platz in Gräfelfing nicht gebaut werde. O2 widerspricht dieser Darstellung. „Im Gegenteil. Wir brauchen den Standort zur Versorgung unserer Kunden", sagt Thomas Lichtenberger von O2. Ein Bauantrag für den Standort liegt im Gräfelfinger Rathaus und im Landratsamt zur Genehmigung. Wann der Mast gebaut wird, ist noch unklar.

Zwar ist die Versorgungslage in Planegg und Gräfelfing bei reinen Handygesprächen ausreichend, bei der UMTS-Abdeckung besteht jedoch Nachholbedarf. Diese Technologie ist mittlerweile Standard und wird für den schnellen Datentransfer auf Smartphones benötigt. „Da geht es zum Beispiel darum, sich den aktuellen S-Bahn-Fahrplan aufs Handy zu laden“, sagt Thomas Lichtenberger. „Wenn wir diese Datendienste in angemessener Geschwindigkeit anbieten wollen, müssen wir die Masten am Neunerberg und am TSV-Gelände in Gräfelfing bauen.“

Seit Jahren stocken die Verhandlungen zwischen O2 und der Gemeinde Gräfelfing allerdings. „Gräfelfing steht mit beiden Beinen auf der Bremse“, sagt Lichtenberger. Das Rathaus stelle in den Verhandlungen um beide Standorte immer wieder neue Bedingungen und wolle sämtliche Details vorgeben. Grundsätzlich sei das Mobilfunk-Standort-Konzept der Kommune mit Positivstandorten aber akzeptabel. „Die Standorte am Neunerberg und TSV sind kein Traum für uns, aber machbar“, so Lichtenberger. Sollte in den nächsten Monaten keine Einigung mit Gräfelfing erzielt werden, werde O2 als letzten Schritt juristisch seine Forderungen durchsetzen müssen, kündigte Lichtenberger an. Man sei aber auf eine einvernehmliche Lösung aus.

Gräfelfings Bürgermeister Christoph Göbel räumt ein, dass es Differenzen mit dem Mobilfunkbetreiber gibt. Er spricht von „lebhaften Diskussionen“ mit O2. „Wir haben an beiden Standorten einen rechtskräftigen Bebauungsplan. Wenn die Bauanträge von O2 den Festsetzungen entsprechen, kann auch gebaut werden. Aber das ist eben noch nicht der Fall“, so der Bürgermeister. Gräfelfing bestehe etwa darauf, dass O2 Antennen verwendet, die in Richtung der Wohngebiete möglichst wenig strahlen. „Es soll keine unbilligen Härten für unsere Bürger geben“, bekräftigt Göbel. „Aber das ist natürlich auch eine Kostenfrage für O2.“

Gräfelfing hat mit seinem Mobilfunk-Modell, Antennen aus den Wohngebieten an den Ortsrand zu verbannen, deutschlandweit eine Vorreiterrolle eingenommen. Sollte O2 die von der Gemeinde ausgewiesenen Standorte akzeptieren, hätte dies eine enorme Signalwirkung. „Vielleicht zögert O2 auch deshalb, weil kein Präzedenzfall in Gräfelfing geschaffen werden soll“, spekuliert Göbel.

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