Aus dem Gerichtssaal

Polizisten als Bastarde bezeichnet

Krailling -  Vier Buchstaben führten dazu, dass sich zwei junge Freunde jetzt wegen Beamtenbeleidigung verantworten mussten.

Auf offener Kraillinger Straße waren der 19-jährige Kraillinger und der 18-jährige Starnberger Ende Juni vergangenen Jahres zufällig einer Polizeistreife begegnet. „Wir wurden bei der Spurensicherung an einem Brecheisen von einer Jugendgruppe belästigt“, erinnerte sich einer der Polizisten im Zeugenstand. Übermütig und alkoholisiert ließ sich der Kraillinger in Begleitung seiner Clique zum lauthalsen Ausruf „ACAB“ („All cops are bastards“/„Alle Polizisten sind Bastarde“) hinreißen. Als die beleidigten Beamten anschließend zur Ausweiskontrolle schritten, setzte der Starnberger noch eins drauf und erklärte: „Wenn sie nicht wissen, wie sie ihren Job zu machen haben, dann sollten sie erst einmal ihren Hauptschulabschluss nachmachen.“

Derart herabwürdigende Kommentare gerieten vor dem Kadi nicht zum Ruhmesblatt. Dennoch sah sich Richter Ralf Jehle gewillt, das Verfahren gegen den bisher unbescholtenen Kraillinger gegen Ableistung von 24 Sozialstunden einzustellen. Nicht so beim mitangeklagten Starnberger, der einschlägig vorbestraft war. Es handle sich um eine unverschämte Beleidigung, nicht nur um eine flapsige Bemerkung, sagte der Staatsanwalt. „Das ist eine Respektlosigkeit, die nicht akzeptiert werden kann“, erklärte auch Richter Jehle und wies dem 18-Jährigen kraft Urteil 32 Sozialstunden zu. Zudem muss sich der Wiederholungstäter für drei Monate einem Betreuungshelfer unterstellen. Pluspunkte sammelten beide Männer mit ihrer ehrlichen Reue, die sie durch persönliche Entschuldigungen im Gerichtssaal glaubhaft untermauerten.

nh

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