Familie mit Zuwachs: Assistenzhündin Bonny lebt seit einem Jahr bei Lena, Peter und Monika Pöschl (v. l.). Sie öffnet Türen, zieht Jacken an und warnt bei Unterzucker. Foto: Höfle

Begleithund Bonny soll bleiben

Planegg - Diabetiker und MS-Patient Peter Pöschl ist auf Begleithündin Bonny angewiesen. Auch Merkur-Leser halfen bei der Anschaffung. Doch noch fehlt Geld für die Ausbildung.

„Dank, riesengroßen Dank“ - das ist es, was die Planegger Familie Pöschl empfindet, wenn sie ihren Hund Bonny anschaut. Für die Pöschls grenzt es immer noch an ein Wunder, dass sie das Tier in ihrer Familie aufnehmen durften. Die blonde Retrieverhündin ist ein ausgebildeter Assistenzbegleithund und damit für den schwerkranken Familienvater Peter Pöschl eine große Hilfe im Alltag. Türen aufmachen, Jacke anziehen und vor allem Hilfe holen, wenn das an Diabetes erkrankte Herrchen in den Unterzucker fällt - das alles kann die Hündin. Einziges Problem: der Preis. Die blonde Hundedame, die der Verein Assistenzhunde in Bayern der Familie zur Verfügung gestellt hat, kostet rund 20 000 Euro. Eine Summe, die die Pöschls niemals selbst aufbringen könnten. Wochenlang hatte Monika Pöschl deshalb Sponsoren angeschrieben und schließlich auch im Münchner Merkur um finanzielle Hilfe gebeten. Mittlerweile ist es beinahe geschafft, über 15 000 Euro sind auf diesem Weg zusammengekommen. „Ich bin so glücklich, habe die Hoffnung, dass wir den Rest auch noch schaffen“, sagt die Mutter einer zwölfjährigen Tochter. Denn Begleithund Bonny soll unbedingt in der Familie bleiben.

Monika Pöschl musste immer wieder Phasen der Verzweiflung durchstehen. Denn Peter Pöschl hat nicht nur starke Diabetes, sondern leidet seit sieben Jahren auch an der schleichenden und schlimmsten Form von Multipler Sklerose. So kann er sich nur noch im Rollstuhl fortbewegen und wagt nur ab und zu ein paar kleine Schritte. Und dies unter großen Schmerzen. Zudem sind seine Finger inzwischen taub. Bis vor wenigen Monaten war der gelernte Werkzeugmacher zumindest stundenweise beruflich aktiv, inzwischen ist nicht einmal mehr das möglich.

Für Monika Pöschl ein Dilemma: Einerseits müsste sie sich jetzt immer mehr um ihren kranken Mann kümmern, auf der anderen Seite steht sie nun als Alleinernährerin der Familie da und sollte in Vollzeit arbeiten. „Da kam Bonny gerade richtig, sie nimmt mir einen Großteil der Sorge um Peter ab“, sagt die rührige Frau, die keine ruhige Nacht mehr hat, seit ihr Mann aufgrund der lebensbedrohlichen starken Zuckerschwankungen immer Gefahr läuft, ins Koma zu fallen.

Allerdings ist die Ausbildung der zweijährigen Hündin noch nicht ganz abgeschlossen. So muss Bonny weiter zur Diabetikerhündin ausgebildet werden, damit sie rechtzeitig anschlägt, wenn Pöschl in den Unterzucker fällt und auch eine ständige Anpassung an die neu hinzukommenden Hilfestellungen für den Patienten ist nötig. Dazu kommt eine Trainerin der Hundeschule Andrea Stadler zu den Pöschls ins Haus. Auch das kostet wieder Geld.

Über mangelndes Medieninteresse jedenfalls können sich die Pöschls nicht beschweren. Über das Schicksal der Familie wurde kürzlich in Super RTL in der Sendung „Tierisch unterwegs“ berichtet. Und auch auf der Homepage der Assistenzhunde in Bayern (www.assistenzhunde.bayern.de) kann man Bonnys Werdegang nachlesen. „Da gibt es auch noch viele andere Schicksale, bei denen solche Hunde so viel helfen konnten“, sagt Monika Pöschl.

Wer den Pöschls helfen möchte, die restlichen Ausbildungkosten aufzubringen, kann das über den Verein Assistenz- und Servicehunde in Bayern e.V. tun; Konto: GLS Gemeinschaftsbank, Konto-Nr. 8217545200, BLZ 43060967, IBAN: DE41430609678217545200, BIC: GENODEM1GLS, Bitte unbedingt angeben: Zweckgebunden für Pöschl.

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