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Asylunterkunft an der Fürstenrieder Straße: Landrat Göbel (li.) und Planeggs Bürgermeister Hofmann beim Besichtigungstermin Anfang Mai. Inzwischen leben nach Eröffnung einer zweiten Unterkunft in Martinsried mehr als 90 Asylbewerber in der Gemeinde. Göbel will, dass auch in Neuried möglichst schnell eine Unterkunft erstellt wird.

Bau von Asylbewerber-Unterkunft in Neuried

Landrat Göbel drückt aufs Tempo

Der Landkreis München hat die Zahl der Flüchtlinge, die bis Jahresende aufgenommen werden müssen, auf 6000 nach unten korrigiert. Ursprünglich hatte man mit 9000 gerechnet. Landrat Christoph Göbel traut dem Frieden nicht.

Obwohl seit Monaten kaum mehr Asylbewerber in den Landkreis München kommen, ist Landrat Göbel (CSU) skeptisch. Für die nächste Flüchtlingswelle will der Landrat gewappnet sein. Aus diesem Grund geht Göbel auch lieber von 7500 Flüchtlingen aus, die er in diesem Jahr noch wird beherbergen müssen. Abgesehen davon wird sich das Landratsamt mit Dingen wie Familienzusammenführung befassen müssen, ist Göbel überzeugt. Darüber hinaus würden Notunterkünfte geschlossen, darunter sämtliche Traglufthallen bis auf Haar. Allein für die Bewohner der Traglufthallen braucht das Landratsamt mehr als 2000 Plätze.

Zehn solcher, auf Dauer angelegter, stabiler Unterkünfte hat die Regierung von Oberbayern in der Vorwoche vom Baustopp befreit (wir berichteten). Die insgesamt rund 1600 Plätze reichen Göbel zufolge bei Weitem nicht aus. „Die ganze Zeit über haben wir kleinere Objekte angemietet.“ In erster Linie Wohnungen, die besonders für anerkannte Flüchtlinge „mit Familienzusammenführung“ geeignet seien. Angesichts der anhaltenden Platznot, ermuntert der Landrat Freistaat und Bezirk, zusätzliche Unterkünfte bereitzustellen. Um Druck aufzubauen, veröffentlichte er in der Sitzung des Kreisausschusses eine Liste mit Objekten, die besonders gut zur eigenen Planung passen. Darunter befindet sich auch das Grundstück am Maxhofweg in Neuried (siehe Kasten). Den Rahmen für die dortige Unterkunft mit 96 Plätzen hat die Gemeinde längst abgesteckt, ebenso die Erschließung über einen Stutzen von der Umgehung M4. Im Juni hatte die Gemeinde elf Asylbewerber aus Afghanistan, Nigeria, Pakistan, Sierra Leone und Syrien aufgenommen. Sie sind in einem Haus am Kraillinger Weg untergebracht worden. Die Gesamtzahl der Asylbewerber in Neuried erhöht sich damit auf 25, was in Relation zur Einwohnerzahl immer noch die zweitniedrigste Quote im Landkreis München ist.

Mit der zehn Unterkünfte umfassenden Wunschliste käme das Landratsamt auf 2800 freie Plätze. Die Anlagen sind entweder in der Planung weit gediehen oder zumindest in Bürgerversammlungen längst angekündigt worden. Göbel drückt aufs Tempo. Im Fall von Oberschleißheim, Neubiberg und Feldkirchen etwa handelt es sich um Unterkünfte, die europaweit ausgeschrieben werden mussten. Die Ausschreibungen sind beendet. Mit einer Unterschrift könnte der Landrat jederzeit den Zuschlag erteilen – darf er aber nicht wegen des im April verhängten Baustopps. „Ich habe die Frist bis 30. Juni verlängert“, sagte Göbel. Sollte der Termin ungenutzt verstreichen, müsste das Ausschreibeverfahren wiederholt werden. Wenigstens sechs Monate gingen verloren.

as

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