+
Mit weißen, rosa- und lachsfarbenen Rosen war der Sarg von Werner Giers geschmückt, der in der Aussegnungshalle des Gräfelfinger Friedhofs aufgebahrt war.

Beisetzung des langjährigen Chefredakteurs

"Wir können und werden Werner Giers nicht vergessen"

  • schließen

Gräfelfing - „So eng wie niemand sonst war Werner Giers mit dem Münchner Merkur verbunden.“ Der frühere langjährige Chefredakteur wurde am Montag auf dem Friedhof Gräfelfing beigesetzt. Er wird fehlen.

Als einen charismatischen Journalisten aus Leidenschaft, einen Homo Politicus, für den die Zeitung nie nur ein Arbeitsplatz war und einen „Glücksfall für die Zeitung“ bezeichnete Merkur-Verleger Dirk Ippen den früheren langjährigen Chefredakteur. Giers war am 8. April im Alter von 87 Jahren verstorben. Von 1983 bis 1995 war er Chefredakteur und Mitherausgeber des Münchner Merkur gewesen.

Die charismatische Ausstrahlung des ehemaligen Merkur-Chefredakteurs unterstrich Verleger Dirk Ippen in seiner Rede.

Familie, Freunde, langjährige Weggefährten, frühere Mitarbeiter, aber auch Politiker wie der Münchner Landrat Christoph Göbel begleiteten Werner Giers auf seinem letzten Weg. Dirk Ippen erinnerte daran, wie er den Westfalen 1983 dafür gewinnen konnte, mit 55 Jahren als Chefredakteur von den Westfälischen Nachrichten nach München zu wechseln. „Die Aufgabe, aus dem Münchner Merkur eine ganz neue, eine im besten Sinne unabhängige Zeitung zu machen, hat ihn gereizt.“ Und sie war erfolgreich – weil er wusste, wie Ippen betonte, was die Leser wollten. Giers habe nicht gespart mit Kritik an den Mächtigen, wollte keine Zeitung, die den Großen nach dem Mund redet. „Die Leser liebten das, die Auflage stieg stetig.“ Als Chefredakteur habe er von sich und seinen Mitarbeitern viel verlangt – aber ihnen auch mit Rat und Tat zur Seite gestanden und sie angespornt. „Bequem war er nicht“, formulierte es der Verleger – zu verstehen war es als Auszeichnung für einen starken Charakter und für sein unerschütterliches Festhalten an den bürgerlichen und christlichen Grundwerten. „Niemand schuldet ihm so viel, wie wir alle, die mit dem Münchner Merkur verbunden sind.“

Bilder: Werner Giers wurde beigesetzt

Als einen tief im Glauben und in der katholischen Kirche verwurzelten Menschen beschrieb Pfarrer Erich Pfanzelt den Verstorbenen. Im Tode zählten nicht die Erfolge, sondern das, was man gegeben habe, betonte der Pfarrer und würdigte Giers’ Liebe zu seiner Familie, zu seinen Freunden und seine Wohltätigkeiten.

An Giers’ durchdringenden Blick auf die Politik, vor und hinter die Kulissen erinnerte sein langjähriger Freund Professor Herbert Kaess. Werner Giers sei ein hochangesehener Berater für viele Persönlichkeiten gewesen, „ein herausragender Mensch unserer Zeit. Wir können und werden ihn nicht vergessen“.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Das lange Warten aufs Gutachten
Der EC Planegg-Geisenbrunn möchte nichts lieber, als zwei seiner acht Stockbahnen zu überdachen. Doch er darf nicht. Die Gemeinde Planegg hat den Hersteller der Bahnen …
Das lange Warten aufs Gutachten
Bezahlen für den Lift der Nachbarn
Mieter am Haderner Winkel in Neuried gehen auf die Barrikaden. Probleme mit ihrem Vermieter hatten sie bereits in der Vergangenheit. Jetzt sorgt die Abrechnung der …
Bezahlen für den Lift der Nachbarn
„Ich hätte am liebsten gesprengt“
Nach Jahren des Wartens soll es nun schnell gehen. In wenigen Monaten soll das alte Hettlage-Gebäude verschwunden sein.
„Ich hätte am liebsten gesprengt“

Kommentare