Naturidyll mit vielen Bäumen: Der starke Laubeinfall lässt den Bergerweiher zunehmend verlanden. Foto: Bodenberger

Bergerweiher: Jury übt Kritik

Krailling - Geht es nach der Jury des Starnberger Landkreiswettbewerbs „Grün im Ort“, besteht am Bergerweiher in Krailling reichlich Verbesserungsbedarf.

Jürgen Ehrhardt, Kreisfachberater für Gartenkultur und Landschaftspflege des Landratsamts, hat der Gemeinde einen Katalog mit Vorschlägen zukommen lassen, wie sich das vor sieben Jahren noch mit einem 1. Preis ausgezeichnete Naturidyll wieder aufwerten ließe. Im Bau- und Umweltausschuss stießen die vom Preisgericht bei einer Besichtigungfahrt 2014 zusammengetragenen Anregungen allerdings auf wenig Gegenliebe.

Kritik üben die Juroren an dem bei Kraillingern beliebten kleinen Sandstrand, der einen zu hohen Pflegeaufwand erfordere. Auch der Zustand der Grünflächen und des Holzpodests wird bemängelt. Und nicht zuletzt die hinsichtlich Lärm und Optik störenden, stark befahrenen Straßen in unmittelbarer Nachbarschaft. Die Gemeinde solle deshalb über eine Verdichtung der Bepflanzung nachdenken, gleichzeitig aber die Blickbeziehungen von außen zum Weiher nicht aufgeben.

Mit der Quadratur des Kreises wollten sich die Gemeinderäte nicht beschäftigen. Gleichwohl sind für das Frühjahr am Bergerweiher Sanierungsarbeiten vorgesehen. Das marode Holzpodest soll saniert, der oft überschwemmte Rundweg neu gesandet und Absenkungen egalisiert werden. Außerdem will man den Zufluss besser regulieren. Der Betonquader, der am Zulauf eingesetzt wurde, ist inzwischen seitlich ausgespült. Er soll durch eine kleine Wehranlage ersetzt werden. Mit Hilfe von Wasserbausteinen will man erreichen, dass der Weiher künftig von der Würm mehr durchspült wird, um so die Algenbildung zu reduzieren. Für die Maßnahmen will die Gemeinde heuer laut der Umweltbeauftragten Susanne Brittinger 25 000 Euro in die Hand nehmen.

Werner Engl (Grüne) schlug vor, den Weiher einmal abzulassen, Schlingpflanzen herauszuholen und den Schlamm auszubaggern, um das Gewässer so für Schwimmer wieder besser nutzbar zu machen. Nach Ansicht von Richard Siebler (CSU-Fraktion) eine sehr teure und zudem sinnlose Aktion, da sich immer wieder Sediment absetze. Ursache für die Verlandung des Weihers sei zum einen der eingespülte Sand, zum anderen der Laubeinfall, hieß es in der Sitzung.

Die Sanatoriumswiese, mit der sich die Gemeinde ebenfalls am Wettbewerb beteiligt hatte, stieß bei der Jury auch nicht auf Wohlgefallen. Ursache: die sie durchtrennende Pentenrieder Straße. Der Vorschlag, zur Verschönerung eine Allee anzulegen, sorgte bei den Gemeinderäten allerdings nur für Kopfschütteln. „Das ist absoluter Blödsinn“, sagte Gemeinderat Hans Wechner (CSU).

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Experten empfehlen Pflasterfläche
Beim Umbau des Rathausplatzes 2015 hat die Gemeinde Gräfelfing einen progressiven verkehrsplanerischen Ansatz gewählt. Doch sie hat ihn nicht konsequent zu Ende geführt.
Experten empfehlen Pflasterfläche
Desinfizieren mit dem Handy
Drei junge Unternehmer sind startbereit: Desinfektionssprays zum „Ankoppeln“ ans Smartphone sollen zum Marktrenner werden. Ein Kraillinger ist einer der Ideengeber.
Desinfizieren mit dem Handy
Jede Woche Corona-Test im „Gräfelfinger“
Centogene führt am Frankfurter Flughafen täglich bis zu 5000 Corona-Tests durch. Seit dieser Woche kümmert sich das Rostocker Unternehmen auch um die Mitarbeiter des …
Jede Woche Corona-Test im „Gräfelfinger“
Bürgerbegehren gegen Sporthallenprojekt gestartet
Die Organisatoren haben am Mittwoch in Gräfelfing das angekündigte Bürgerbegehren „Rettet den Schulwald, neue Schwimm- /Dreifachsporthalle auf dem Schulcampus“ …
Bürgerbegehren gegen Sporthallenprojekt gestartet

Kommentare