Heidi Weigert, Vorsitzende des Gartenbau- und Landespflegevereins Krailling
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Immerhin: Die Kürbisse, Heidi Weigerts „Gärtner-Stolz“, gedeihen gut.

Zu kalt, zu nass und zu wenig Sonne

Bescheidene Ernte

  • VonLara Listl
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Fleißige Schnecken, zu viel Regen und zu wenig Sonne: Die Ernte im Würmtal fällt heuer geringer aus. Bei seinen Kartoffeln erwartet Landwirt Rudolf Heidrich bestenfalls einen durchschnittlichen Ertrag.

„Die Zucchini haben am meisten gelitten“, sagt Heidi Weigert, Vorsitzende des Gartenbau- und Landespflegevereins Krailling, während sie durch den 3000 Quadratmeter großen Obst- und Gemüsegarten des Vereins geht. Wegen der vielen und lange anhaltenden Niederschläge seien einige Zucchini verfault, und bei manchen Pflanzen kam nicht einmal eine Blüte raus. Zu kalt, zu nass und zu wenig Sonne – „mit dem Wetter ist es heuer schwierig“.

Tomaten werden im Vereinsgarten nur noch überdacht angebaut

Von den Ringelblumen sind viele verblüht, und die prächtig in die Höhe geschossenen Sonnenblumen muss Weigert immer wieder am Holzgestänge festbinden, damit sie ihre Köpfe im erdrückenden Regen nicht hängen lassen. Die Himbeersträucher trugen nahezu keine Früchte, die Erdbeeren kamen nur spärlich und weit später als üblich.

Kohl und Salat zerstörten zahlreiche Schnecken, sobald die Pflänzchen aus der Erde sprießten. „Mit den Schnecken ist es wegen der Nässe heuer ganz extrem, da muss ich täglich etliche absammeln“, berichtet Weigert. Hoffnung besteht noch für Auberginen, Zwiebeln, Mangold und rote Paprika im Hochbeet, denn hier kommen die Schnecken kaum hoch. „Wir hoffen jetzt auf schönes Wetter und viel Sonne.“ Letztere wird auch von den Tomaten dringend benötigt, die weit langsamer reifen als im Vorjahr. Der Regen konnte ihnen allerdings wenig anhaben, denn Tomaten werden im Vereinsgarten nur noch überdacht angebaut.

Die Kartoffeln haben den Regen bestens vertragen

Gut gediehen sind bisher die Kürbisse – der „Gärtner-Stolz“ von Heidi Weigert. Einen Riesenkürbis hat sie schon geerntet. Die Bratkürbisse sowie die Sorte Roter Zentner benötigten noch einige Wochen zum Wachsen. Den Regen bestens vertragen haben die Kartoffeln. Nur der feuchte August ließ das Kraut laut Heinz Gießler, dem zweiten Vorsitzenden, zeitiger absterben. So fiel die sonst sehr üppige Kartoffelernte kleiner aus. Die festkochenden oder überwiegend festkochenden Sorten Selma, Rote Laura, Sieglinde, Lilly, Linda und die Rote Emma lagern nun im Holzhaus und werden bald unter den aktiven Mitgliedern aufgeteilt.

Auf dem Heidrichhof in Frohnloh beginnt die Kartoffelernte erst ab Mitte September. Landwirt Rudolf Heidrich erwartet eine durchschnittliche Ausbeute. „Kartoffeln mögen zwar Wasser, aber so viel wie dieses Jahr nicht.“ Allein im August fielen auf dem Hof über 160 Liter pro Quadratmeter, was deutlich überdurchschnittlich sei. Wie genau der Ertrag der Kartoffeln ausfällt, weiß er erst, wenn die vorwiegend festkochenden Sorten Ditta, Belmondo, Anuschka und die neue, eher mehlige Talent abgeerntet sind. Beim Getreide fiel die Ernte laut Heidrich „bestenfalls durchschnittlich eher unterdurchschnittlich aus“. Dabei sei nicht nur die Nässe und zu wenig Sonne, sondern auch das kalte Frühjahr ein Problem gewesen. Heidrichs Hoffnung für die nächsten Wochen: „Eine stabile Wetterlage.“

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