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Wohnanlage an der Pentenrieder Straße: Aufgrund der vielen großen Bäume klagen Bewohner über Verschattung und hohe Luftfeuchtigkeit.

Klage gegen Baumfällverbot in Wohnanlage

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Krailling - Das Landratsamt verbietet weitere Baumfällungen zwischen Pentenrieder Straße und Sperberweg. Anwohner haben dagegen geklagt.

Die große Kraillinger Wohnanlage zwischen Pentenrieder Straße, Sperber- und Stieglitzweg liegt wie das angrenzende Kraillinger Rathaus, das Caritas-Kinderhaus und die Grundschule in einem ehemaligen Eichen- und Hainbuchenwald. Dessen Relikte und Neuanpflanzungen geben der in den 1970er Jahren entstandenen Anlage einen parkähnlichen Charakter. Der Baumbestand ist vielen Anwohnern aber inzwischen ein Dorn im Auge. Sie beklagen die Verschattung ihrer Wohnungen, hohe Luftfeuchtigkeitswerte sowie daraus resultierende gesundheitliche Probleme. Seit 2012 wurde die Fällung von insgesamt 39 Bäumen beantragt und teilweise auch genehmigt. Im letzten Jahr hat das Landratsamt Starnberg jedoch einen Schlussstrich gezogen und die Fällung von zehn Bäumen abgelehnt. Gegen diese Entscheidung hat die Eigentümergemeinschaft jetzt Klage erhoben.

Die Kreisbehörde argumentiert, dass sich durch die in der Vergangenheit genehmigten Fällungen wie auch baumpflegerische Maßnahmen die Belichtung der Wohnungen bereits wesentlich verbessert hätte. Weitere Fällungen seien nicht sinnvoll, da sich südlich weitere Baumgruppen anschließen, die weiter für ähnlichen Schattenwurf sorgen würden. Bei den beantragten Maßnahmen handle es sich zudem zumeist um Bäume, die mehr als zehn Meter von den Gebäuden situiert seien. In allen Fällen ist nach Auffassung des Landratsamts eine ausreichende Belüftung gewährleistet. Es will den Charakter der Wohnanlage erhalten, wie es auch der Bebauungsplan aus dem Jahr 1972 festschreibt. Dort heißt es: „Im Baugebiet (...) ist der Baumbestand zu erhalten; Rodung ist nur für Verkehrs- und Bauflächen in unumgänglichen Maß zulässig.“

Ob diese Festsetzung einer gerichtlichen Entscheidung heute noch standhält, wird laut Sitzungsvorlage des Kraillinger Bauausschusses allerdings auch im Landratsamt angezweifelt. Das Gremium konnte sich am Dienstag nicht zu einer Entscheidung durchringen. Angedacht war, den „Bebauungsplan nördlich der Pentenrieder Straße“ zu ändern und nach einer Bestandsaufnahme des aktuellen Baumbestands neue grünordnerische Festsetzungen zu treffen. Um weitere Eingriffe zu verhindern, hatte die Verwaltung zudem eine Veränderungssperre vorgeschlagen.

Der Bauausschuss beschloss, das Thema an den Gemeinderat zu verweisen und zwischenzeitlich weitere detaillierte Informationen einholen zu lassen, warum die Fällungen abgelehnt wurden. Das Thema soll in der Sitzung am Dienstag, 27. September, behandelt werden.

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