Vor allem die Haushaltshilfen sind für Senioren eine große Entlastung. Mitarbeiter des Vereins „Betreutes Wohnen zu Hause“ unterstützen sie meist einmal pro Woche für zwei bis drei Stunden. Mehr lässt sich mit einem Ehrenamt nicht vereinbaren. Foto: fkn

Betreutes Wohnen zu Hause boomt

Würmtal - Ehrenamtliche helfen Senioren im Würmtal, den Alltag zu bewältigen - vor allem im Haushalt.

Mit zunehmendem Alter verstärkt sich der Wunsch, noch möglichst lange in den eigenen vier Wänden bleiben zu können. Der Gräfelfinger Verein „Betreutes Wohnen zu Hause“ hat es sich zum Ziel gesetzt, Senioren im Würmtal bei diesem Vorhaben zu unterstützen. Vor allem die Haushaltshilfen sind für die Betroffenen eine große Entlastung.

Dem Verein stehen derzeit 25 ehrenamtliche Mitarbeiter zur Verfügung. Sie kümmern sich um insgesamt 50 Senioren und Menschen mit Behinderung, die auf Unterstützung angewiesen sind. Die Aufgabenbereiche sind vielfältig. Die Haushaltshilfen erledigen beispielsweise die Einkäufe, sorgen für frische Wäsche oder machen sauber. „Es kommt immer darauf an, was der Kunde benötigt“, erklärt Karin Frost, Leiterin des Vereins. Eine große Hürde sei für viele der Weg zum Supermarkt. Wer nicht mehr Autofahren kann oder freiwillig darauf verzichtet, sei bei einer größeren Entfernung aufgeschmissen. In solchen Fällen erweist sich eine Haushaltshilfe als unerlässlich.

Im Rahmen eines Bewerbungsgesprächs findet Karin Frost heraus, ob der Interessent für den Verein in Frage kommt. Viele würden dabei durch das Raster fallen. So seien die erforderlichen Deutschkenntnisse nicht immer vorhanden. „Wenn im Laufe des Jahres von 60 Bewerbern vier übrigbleiben, ist das schon viel“, so Frost.

Steht einer ehrenamtlichen Tätigkeit nichts im Wege, können die Mitarbeiter selbst entscheiden, für welche Aufgaben sie sich zur Verfügung stellen. Für ihre Tätigkeit erhalten die Helfer eine Aufwandsentschädigung in Höhe von zehn Euro pro Stunde. Diese werden von den 17 Euro abgezogen, die der Kunde dem Verein bezahlt.

Die meisten Ehrenamtlichen arbeiten einmal pro Woche für zwei bis drei Stunden. Manche Betroffene äußern den Wunsch, dass die Haushaltshilfe mehrmals pro Woche vorbeikommen soll. Das käme allerdings einem Job auf 400 Euro-Basis nahe, was sich laut Frost nicht mit dem Begriff des Ehrenamtes vereinbaren lässt. „In solchen Fällen sind die Mitarbeiter dann direkt beim Kunden angestellt.“ Der Verein stehe dem Helfer aber weiterhin als Ansprechpartner zur Verfügung.

Neben den Haushaltshilfen organisiert „Betreutes Wohnen zu Hause“ auch Fahrdienste, ambulante Pflegedienste oder Besuchsdienste. Zuschüsse erhält der Verein von den Gemeinden Planegg, Krailling und Gräfelfing. Laut Karin Frost steigt die Nachfrage vonseiten der Bevölkerung immer weiter an. Ihre Kunden seien im Schnitt 85 Jahre alt. „Der Bedarf ist auf jeden Fall gegeben.“

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