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Welches war nochmal meins? Im Rausch kann ein voller Radlständer offenbar zum Problem werden.

Randale am Radlständer

Ein Betrunkener findet am Planegger Bahnhof sein eigenes Rad nicht wieder. Er rastet aus und landet vor dem Richter.

Krailling - Auf der Suche nach seinem Fahrrad hat ihn Mitte November die nackte Wut gepackt: Mitten in der Nacht hatte ein alkoholisierter Kraillinger (20) lautstark am Fahrradparkplatz des Planegger Bahnhofs gewütet. Nun musste sich der Azubi wegen Sachbeschädigung und versuchtem Diebstahl in einem besonders schweren Fall vor Gericht verantworten.

Als Zivilpolizisten beim Kontrollgang nach der letzten S-Bahn lautes Scheppern gehört hatten, hatten sie den Kraillinger, der sich an abgestellten Rädern zu schaffen machte, entdeckt. „Er hat geschrien und geschimpft“, sagte ein Polizist und schilderte, wie der Angeklagte auf der Suche nach seinem eigenen Drahtesel zunächst Mieträder malträtiert und sich dann einem abgeschlossenen Herrenrad zugewandt hatte. Der Kraillinger habe den Rahmen des Mountainbikes so lange überdreht, bis das am Metallpfosten gesicherte Schloss aufgesprungen sei, so der Beamte.

Die Polizisten hatten den 20-Jährigen daraufhin mitgenommen, was dieser mit ebenso viel Gleichmut hingenommen hatte wie die Blutentnahme, die mit 1,8 Promille erstaunlich hoch ausgefallen war. „Dieser Wert spricht dafür, dass Sie schon einiges gewohnt sind. Sonst würden Sie bei so einem Wert schon fast umfallen“, stellte Jugendrichter Ralf Jehle fest. Vor Gericht beteuerte der 20-Jährige, er habe nach feuchtfröhlicher Feier mitnichten vorgehabt, das Herrenbike zu stehlen. Zwar räumte er die Beschädigung eines Mietrades (50 Euro) ein, den Fahrradklau wies der Kraillinger jedoch nachhaltig von sich. Dem Alkoholkonsum hat der junge Angeklagte inzwischen abgeschworen. „Seit Dreikönig habe ich eine Wette mit einem Freund abgeschlossen und durchgehalten, dass ich nicht mehr trinke.“

Trotz einschlägiger Vorstrafe hielt das Gericht den Diebstahlsvorsatz nicht für erwiesen. Mit einer Geldauflage in Höhe von 300 Euro, zahlbar an den Alten- und Krankenpflegeverein Aufkirchen, kam der Azubi relativ glimpflich davon – die Strafe bezog Richter Jehle nur auf die Sachbeschädigung am Mietrad. Binnen dreier Monate muss der Kraillinger zudem drei Alkoholberatungsgespräche sowie drei Alkoholscreenings absolvieren – egal, ob er noch etwas trinkt oder nicht.

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