Bewährungsstrafe für Alkoholsünder

Mit 2,12 Promille unterwegs

Sein Führerschein ist schon seit Jahren konfisziert. Dennoch lässt sich ein Münchner die gelegentliche Spritztour mit dem Roller nicht nehmen.

Bereits mehrfach einschlägig vorbestraft wurde der schwerkranke Mann im April 2014 in Krailling erneut mit stattlichen 2,12 Promille auf seinem frisierten Kleinkraftrad gestoppt. Wegen fahrlässiger Trunkenheit und Fahrens ohne Fahrerlaubnis musste sich der 48-Jährige jetzt vor dem Starnberger Amtsgericht verantworten.

„Ich habe vor 30 Jahren meinen Führerschein gemacht. Und außerdem brauche ich keinen Führerschein für ein Kleinkraftrad“, erklärte der gelernte Automechaniker vor Gericht. Aufklärung über den wahren Sachverhalt erhielt er prompt durch Richterin Brigitte Braun: „Ihr Führerschein wurde bereits vor neun Jahren entzogen.“ Zudem sei für das zum Kleinkraftrad umgebaute Mofa durchaus eine Fahrerlaubnis notwendig, wenn es schneller als 25 Stundenkilometer fahren könne, so das Gericht.

Zum Nachteil geriet dem arbeitslosen Mann, der Anfang April 2014 auf der Pentenriederstraße in Krailling aufgegriffen wurde, nicht zuletzt die hohe Rückfallgeschwindigkeit zwischen den vier bereits aktenkundigen Trunkenheitsfahrten. Sichtlich angeschlagen und direkt aus Stadelheim vorgeführt, wo er aktuell 145 Tage Ersatzhaft wegen einer nicht gezahlten Geldstrafe absitzt, blieb dem Angeklagten im Schlusswort nicht mehr viel zu sagen: „Da fällt mir nichts Schlaues ein.“

Aufatmen durfte er trotzdem. Richterin Brigitte Braun setzte die dreimonatige Freiheitsstrafe zur Bewährung aus. Die Bewährungszeit beginnt nach seiner Haftentlassung im Januar 2017 und dauert zwei Jahre. Weitere Auflagen behielt sich die Justiz für die Zeit nach der Haftentlassung vor. Als eher akademisch darf die verhängte zweijährige Führerscheinsperre gewertet werden. „Es wird wohl sowieso kein Landratsamt geben, das Ihnen aufgrund des Vorlebens einen Führerschein ausstellt“, so der Staatsanwalt.

nh

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