Bewegender Abschied vom kleinen Lucas

- Gautinger geben achtjährigem Buben letztes Geleit

VON CHRISTINE CLESS-WESLE Pentenried/Gauting - Ein Meer schwarz gekleideter Menschen auf dem Pentenrieder Friedhof. Die Polizei ist präsent. An einem strahlenden Frühlingstag gaben am Freitag Gautinger Familien, der Kirchenchor Sankt Benedikt, Konrektorin Barbara Madlindl und Bürgermeisterin Brigitte Servatius dem erst achtjährigen Lucas V. das letzte Geleit.

Der "fröhliche aufgeweckte Junge", so Pfarrer Gerhard Pfister, war in den Flammen seines Elternhauses in der Gautinger Ulmenstraße zu Tode gekommen - in der Nacht auf Ostersamstag. Die Beisetzung, so Pfarrer Pfister, finde auf ausdrücklichen Wunsch der Familie in Pentenried statt, die hier viel Freizeit verbrachte. "Der Herr segne Dich und behüte dich . . . der Herr erhebe sein Angesicht auf Dich und gebe Dir Frieden": Als Gerhard Pfister den Taufspruch des Kindes zu dessen Begräbnis wiederholt, ringt auch er hörbar nach Fassung: "Wir können es nicht verstehen. Ein gesegneter Mensch, den alle gern gehabt haben. Ein begabter und begeisterter Sänger im Kirchenchor und zu Hause", so der Pfarrer, der das Kind vor acht Jahren in der Gautinger Christuskirche getauft hatte.

Während des ökumenischen Gottesdienstes mit Pfisters katholischem Amtskollegen Johannes von Bonhorst drängen sich Gautinger und Pentenrieder bis hinaus vors Kirchenportal. Mitschüler des toten Lukas und seiner fünf Geschwister (14, elf, fünf und drei Jahre alt) stehen verloren mit ihren letzten Blumengrüßen zwischen Freunden und Nachbarn der Familie: Die Familie hat nicht nur ihr Kind, sondern auch ihr Haus verloren.

Schluchzen durchzieht die Reihen, als der Kirchenchor Sankt Benedikt das ergreifende "Paradisum" von Gabriel Fauré anstimmt. "Tod ist schlimm", tröstet der Pfarrer, aber er ist "nicht die endgültige Macht, sondern die Liebe unseres Schöpfers".

Gemeinderat Andreas Romero sammelt am Portal nochmals für die beiden von der Brandkatastrophe betroffenen Gautinger Familien. Mit weißen Rosen verabschieden sich Kirchenmusiker Johannes Schachtner, seine Frau und die fünf Kinder von dem Buben. Von den Schultern seiner Mutter blickt der jüngste Sohn auf den mit Sonnenblumen und purpurroten Rosen geschmückten Sarg. Wie zum Gruß schwenkt der Dreijährige leuchtend gelbe Blüten.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Das Bürgerbegehren ist unzulässig
Das Bürgerbegehren ist unzulässig
Gräfelfing rechnet mit 169 Mio. Euro aus Gewerbesteuer
Gräfelfing rechnet mit 169 Mio. Euro aus Gewerbesteuer
Die aktuelle Entwicklung im Würmtal
Die aktuelle Entwicklung im Würmtal

Kommentare