Die Biber holzen ab

Würmtal - Mit den Bibern ist ein Stück Natur in das Würmtal zurückgekehrt. Doch nicht alle sind über das Zusammenleben mit den streng geschützten Nagern erfreut.

Im Garten von Dieter Urban haben die Biber deutliche Spuren hinterlassen. Das Grundstück in Planegg liegt direkt an der Würm und bietet den Tieren somit einen optimalen Lebensraum. „Die Biber fällen die Bäume nicht unbedingt, aber sie ziehen die Rinde ab“, berichtet Urban. Zwei Biber habe er beobachtet. Die Tiere seien zwar putzig, allerdings sei der Schaden nach ein paar Jahren immens.

Um die Bäume zu schützen, rät die Gemeinde Planegg zu „Drahthosen“ aus Estrichmatten; diese gibt es im Baumarkt günstig zu kaufen. Auch in der Tandlerschlucht, wo die Biber häufig am Werk sind, setzt die Gemeinde auf die Metallgitter. „Ein Biber hat dort in der Vergangenheit eine Pappel so angenagt, dass man dachte, der Baum überlebt nicht“, sagt Richard Richter, Leiter des Planegger Umweltamtes. Die Leitungsbahnen zwischen Borke und Holz seien aber unverletzt geblieben. Heuer habe der Biber bei der Pappel dann ganze Arbeit geleistet. „Der Stamm war diesmal bis ins Holz angenagt“, so Richter. Aus Sicherheitsgründen musste der Baum letztlich gefällt werden.

Laut Richard Richter sei es wichtig, die Äste als Futter liegenzulassen. Somit könne verhindert werden, dass die Biber andere Bäume annagen. Auch die Gemeinde Krailling rät Grundstückseigentümern entlang der Würm, erhaltenswerte Bäume gegen Biberfraß zu schützen. Im Gemeindegebiet hatte sich ein Biber als erstes über die Trauerweide auf der Insel im Berger Weiher hergemacht. Brigitte Korb, deren Stockdorfer Garten an die Würm grenzt, beobachtet den Biberverbiss an den Bäumen schon seit mehreren Jahren. „Die Bissstellen sind erstaunlich glatt, wie mit einem Messer gesägt“, so Korb. Die Landschaft und das Ufer hätten sich im Laufe der Zeit verändert. Ganze Birken, die zur natürlichen Uferbefestigung dienten, habe der Biber bereits umgelegt. Einen Holzfäller könne man sich laut Brigitte Korb jedenfalls sparen.

Peter Martin, Biberbeauftragter im Landratsamt München, ist zuständig für die Gemeinden Planegg und Gräfelfing. Anfang Juni will er sich bei einer Begehung ein genaues Bild vom Bestand und den Biberburgen machen. Im Vorjahr hielt sich zumindest ein Biberpaar in Planegg auf. Auch in Stockdorf wurden Biber gesichtet.

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