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Baum mit Verbiss-Schaden und Schutzgitter: Wie hier am Anger in Gräfelfing versuchen die Gemeinden, die Uferbäume an der Würm vor den Bibern zu schützen.

Nahrungsrückgang im Winter

Biber-Verbiss an der Würm nimmt zu

Die Gemeinden an der Würm versuchen, ihren Baumbestand gegen Biberschäden zu schützen. Eine Aufgabe, die nicht immer gelingt.

Wer zurzeit an der Würm unterwegs ist, entdeckt vermehrt Spuren der dort ansässigen Biber. Und in den nächsten Wochen werden die Schäden an den Bäumen vermutlich weiter zunehmen.

„Wir haben bereits vor Weihnachten einige Anrufe von Bürgern erhalten, die an den Bäumen am Weinbuchweg Schäden entdeckt hatten“, erzählt Lydia Brooks vom Gräfelfinger Umweltamt. Selbst die Drahthosen, die vor Verbiss schützen sollen, würden die Biber nicht abhalten. „Die Tiere schieben die Gitter einfach hoch“, berichtet Brooks. Aus diesem Grund wolle die Gemeinde jetzt auf Alternativen ausweichen.

Laut Thomas Bernt, ehrenamtlicher Biberbeauftragter des Landratsamtes München, sind häufig Anwendungsfehler schuld, wenn Drahthosen nicht helfen. „Das Gitter muss immer fest im Boden verankert werden“, so der Experte, der unter anderem für Planegg und Gräfelfing zuständig ist. Es sei nicht ausreichend, die Drahthose nur um den Baum zu stellen.

Eine andere Möglichkeit, Bäume vor Verbiss zu schützen, sind spezielle Anstriche, die aus Quarz und Sand bestehen. Allerdings kann der Anstrich nur bei trockener Witterung mit einer Temperatur von mindestens acht Grad aufgetragen werden.

Der Biberbeauftragte weist darauf hin, dass in den nächsten Wochen vermehrt mit Verbissen zu rechnen ist. Grund ist das beschränkte Nahrungsangebot im Winter. Hinzu kommt, dass sich die Nager bereits im Herbst einen zusätzlichen Vorrat anlegen. Die Tiere lagern Zweige und Äste vor ihrer Burg, um sich im Winter von deren Rinde zu ernähren. Bis zu zwei Kilogramm Rinde frisst ein ausgewachsener Biber pro Tag.

Im Sommer hingegen bevorzugen Biber frische Kräuter, Gräser und Sträucher, weshalb die Baumschäden dann deutlich zurückgehen. Generell beobachtet Thomas Bernt bei seinen Kontrollgängen, dass der Verbiss in den letzten Jahren zugenommen hat.

An einer extrem wachsenden Population liegt das aber nicht. In der Regel haben Biber zwei bis drei Junge, die sich nach zwei Jahren ein eigenes Revier suchen müssen. Andere Biber werden nicht geduldet, weshalb es innerhalb eines Reviers zu keiner Überpopulation kommen kann. Bernt: „Der Bestand regelt sich quasi von alleine.“

Im Würmtal scheinen sich die Nager jedenfalls wohlzufühlen. So haben sich zwei Alttiere samt Nachwuchs im Planegger Wellenbad niedergelassen. Und auch in Gräfelfing hat Thomas Bernt auf der Ostseite der Würm einen Biberbau entdeckt.

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