Biber sind Vegetarier und fressen bevorzugt dünne Rinden, Blätter und Gräser. Auf einer Würminsel in Planegg haben sie eine Weide angenagt. foto: js

Biber werden in Planegg heimisch

Planegg - Der Biber hat die Würm wieder für sich entdeckt, seit zwei Jahre lebt ein Nagerpaar in Planegg. Und beißt kräftig zu: In der Tandlerschlucht hat es etliche Bäume gefällt.

Große weiße Kanadagans-Eier liegen auf der langgezogenen Insel in der Tandlerschlucht, in den ruhigen Seitenarm des Flusses haben die Biber etliche kleine Bäume geworfen: Die Natur erobert sich in Planegg immer sichtbarer ihren Platz zurück. Bis voriges Jahr war unklar, ob die Biber auf Dauer im Bereich der Tandlerschlucht und des Wellenbades bleiben würden. Nun steht fest, dass den beiden Tieren der Lebensraum ausreicht. Der Biberberater des Landkreises München hatte dies 2010 noch in Zweifel gezogen.

Auf der Würminsel zwischen dem Planegger Archiv und dem Biergarten des Pe.Es haben die Biber ihre Anwesenheit eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Zweige und kleine Bäume liegen im Wasser, unzählige Bissspuren an Hölzern und Stauden zeugen von reger Aktivität der Tiere. Kürzlich knabberten die Biber eine stattliche Weide an und verteilten die Holzspäne auf der Insel. Ein beträchtlicher Teil des Stammes ist bereits weggenagt. Die Tiere wollen den Baum aber nicht umwerfen, um eine Burg zu bauen, sondern um an die Triebe zu gelangen. „Wenn es warm ist, ernähren sich Biber von Gräsern, Waserpflanzen und Schilf. Im Winter fällen sie schon mal einen großen Baum, um an die Rinde der dünnen Zweige zu kommen“, erklärt Franz Wimmer, Biberberater des Landkreises Starnberg und Gebietsbetreuer des Landesbundes für Vogelschutz (LBV). Im Winter lasse sich deshalb besonders gut erkennen, ob ein Biber zugegen sei. „Die Bissspuren werden ab dem Frühjahr deutlich weniger“, erläutert Wimmer.

Die Nahrungssuche birgt allerdings Gefahren. Sollten sich die Biber weiter an dem Stamm auf der Insel in der Tandlerschlucht gütlich tun, und davon ist auszugehen, wird der Baum irgendwann umfallen - unter Umständen auf den Maria-Günzl-Weg östlich der Würm. Die Gemeindeverwaltung Planegg hat jedoch keine Befugnis, den Baum zu sichern. Da es sich um eine Insel inmitten der Würm handelt, ist das Wasserwirtschaftsamt Weilheim zuständig. Wäre ein Baum am Ufer betroffen, läge die Zuständigkeit wiederum bei der Gemeinde. Die Verwaltung hat die großen Bäume im vorigen Jahr mit Drahtgittern ummantelt, um den Biber-Verbiss zu verhindern. Auf den Inseln können sich die Tiere hingegen nach Herzenslust an den Stämmen der Bäume abarbeiten. Die Gemeinde hat jetzt das Wasserwirtschaftsamt über die angenagte Weide informiert. Sie wird demnächst gefällt.

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