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Das Waldstück zwischen Altenheim (vorne) und TV-Turnhalle (hinter den Bäumen) soll Wohnbebauung weichen.

Informationsabend von BIK und Bund Naturschutz

Altenheim-Ausbau: Option Bürgerbegehren

Für eine Erweiterung des Caritas-Altenheims in Krailling soll Bannwald gerodet werden. Auf einer Informationsveranstaltung loteten BIK und Bund Naturschutz Gegenmaßnahmen aus.

Krailling – Die einen wollen Wohnraum schaffen, die anderen Wälder vor Rodung bewahren und schutzbedürftige Naherholungsgebiete erhalten. Ein Konflikt, der auch in Krailling immer wieder für Diskussionen sorgt: derzeit wegen der geplanten Erweiterung des Caritas-Altenheims Maria Eich in Richtung Süden, für die in einen Bannwald eingegriffen werden müsste. Zu diesem Vorhaben der Gemeinde und zur Änderung des Flächennutzungsplans für etwaigen neuen Wohnraum zwischen Altenheim und der Sportanlage des TV Planegg-Krailling haben nun die Bürgerinitiative Krailling (BIK) und der Bund Naturschutz Krailling einen Informations- und Diskussionsabend im Alten Wirt veranstaltet.

Sowohl die Erweiterungsfläche des Altenheims mit 0,5 Hektar sowie der Korridor mit 1,03 Hektar östlich davon bis zum Sportplatz seien ausgewiesene Landschaftsschutz- und Erholungsgebiete und Bestandteil eines Biotopverbundes, erläuterte Rudolf Nützel, Geschäftsführer des Bund Naturschutz in Bayern, die naturschutzrechtliche Einstufung. „Der stärkste Schutz ist jedoch der Bannwald“, sagte Nützel. Um die Erweiterung des Altenheims mit 37 Wohnungen zu realisieren, müsste der dortige Bannwald gerodet werden. Durch eine ausgleichende Ersatzpflanzung andernorts sei dies jedoch durchführbar. Also kein wirklicher Schutz, um die gemeindlichen Planungen zu durchkreuzen.

Ob es denn gegen die etwaige Wohnbebauung zwischen Altenheim und Sportplatz einen juristischen Hebel gäbe, wollte Karlheinz Riepl vom TV Planegg-Krailling wissen. Nein, so die Antwort Nützels. Sein Rat: „Finden sie seltene, schutzwürdige Arten, wie etwa die Urwaldkäfer im benachbarten Klosterwald.“ Das dortige Biodiversitätsprojekt sei bayernweit bedeutsam.

Eine weitere drohende Problematik sei die Fortschreibung des Regionalplans der Region München, so Nützel. Er sieht in ihr einen grotesken Widerspruch: Zum einen sei dort die Erhaltung und Stärkung der örtlichen Grün- und Naherholungsfunktionen verankert. Zum anderen solle jetzt der Grünzug südwestlich des Altenheims entfallen, um auch hier ein Wohngebiet ausweisen zu können. „Eine Farce“, sagt Nützel.

„Aber müssen wir denn überhaupt immer weiterbauen?“, fragte Waltraud Asam. Für die Vorsitzende der Kraillinger Senioreninitiative muss irgendwann Schluss sein: „Wir müssen ‚Nein’ sagen.“ Asam plädierte deshalb, wie auch andere auf der Versammlung, für ein Bürgerbegehren. Ein probates Mittel, stimmte Nützel zu. Der Widerstand könne nur politisch von der Bevölkerung kommen. „Das muss jetzt jemand in die Hand nehmen“, empfahl Nützel. Mit über sechzig Kraillingern an diesem Abend sei das Interesse ja auf jeden Fall da.

Carolin Högel

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