BMW rauscht in die roten Zahlen - Verlust schlimmer als befürchtet

BMW rauscht in die roten Zahlen - Verlust schlimmer als befürchtet
Diskutierten zum Thema Energie (v.li.): Heidi Plank-Schwab (Gräfelfing), Generalsekretärin Natascha Kohnen (MdL), Moderator Stephan Bock und Julia Ney (Gauting). Foto: rutt

SPD bei Biomasse-Heizkraftwerk uneins

Gräfelfing - Ein Diskussionsabend der Würmtal-SPD zum Thema Energie hat am Donnerstag im Bürgerhaus für lebhafte Beiträge gesorgt - angeheizt vom Reizwort Biomasse-Heizkraftwerk.

Natascha Kohnen, Bayerns SPD-Generalsekretärin, lehnte sich nach ihrem Vortrag zurück und hielt sich aus der weiteren Debatte heraus - kluge Entscheidung einer Berufspolitikerin. Denn bald zeigte sich, dass Pro und Kontra Biomasse-Heizkraftwerk, die sich am 27. Februar in einem Bürgerentscheid messen werden, einen Riss mitten durch die SPD ziehen.

So leicht wie ihre Generalin konnte es sich Heidi Plank-Schwab freilich nicht machen. Die 3. Bürgermeisterin, Fraktions- und Ortsvorsitzende bewies Rückgrat und stand zum Votum auch ihrer Fraktion für das Projekt. „Wir müssen den Mut haben, so etwas vor Ort zu machen“, sagte Plank-Schwab. „Wir haben schließlich die verdammte Pflicht und Schuldigkeit, für unsere Energie selbst zu sorgen.“ Immerhin hatte sie da noch die Worte Natascha Kohnens im Ohr, die kurz zuvor postuliert hatte: „Wenn man über erneuerbare Energie diskutiert, muss man sie vor Ort auch umsetzen.“ Plank-Schwab argumentierte mit den Unbedenklichkeit bescheinigenden Gutachten, die dem Gemeinderat vorlägen, dem Risiko des Betreibers und begrüßte das Bürgerbegehren als basisdemokratischen Beitrag. Sie hoffe auf nicht verhärtete Fronten in dieser Debatte.

Dass sich diese Fronten bereits mitten durch ihren Ortsverband und den Bürgerhaus-Saal zogen, konnte sie in der ersten Zuschauerreihe besichtigen, wo sich alsbald Franz Lang erhob. Das SPD-Mitglied und Initiator des Bürgerbegehrens widersprach sogleich: „Nicht die SPD ist für dieses Projekt, sondern die SPD-Fraktion.“

Zu einem weiteren Thema des Abends, dem Regionalwerk Würmtal, referierte Gautings SPD-Chefin Julia Ney. Sie lobte das Projekt von Gauting, Krailling, Planegg und den Stadtwerken München und verkündete: „2012 bieten wir unseren eigenen Strom an.“ Der Fachjournalist Jan Mühlstein wies darauf hin, dass ein solches Regionalwerk ohne Wärmelieferung von geringem Wert sei. „Fernwärme ist das Rückgrat einer effizienten Energieversorgung“, so Mühlstein. Biowärme-Geschäftsführer Markus Wahl verteidigte sein Projekt und die Wahl von E.on als Partner - einem Konzern, dem an diesem Abend der atomare Gegenpart zu den als ökologisch dargestellten Stadtwerken München zufiel.

Im weiteren Verlauf der Diskussion verschwammen die an sich eigenständigen Themen Regionalwerk und Biomasse-Heizkraftwerk ineinander, genüsslich befördert auch von Kreisrat Thomas Roy, wogegen Moderator Stephan Bock (SPD Krailling) nichts unternahm.

Gemessen daran war Natascha Kohnens Vortrag die reinste Harmonie. Mit der Generalin, die eingangs mitteilte, sie vertrete das Würmtal im Landtag, war man sich einig, dass Atomenergie ausgedient habe und der Ausstieg aus dem Ausstieg dringend rückgängig zu machen sei. Werde der Bedarf in Zukunft gesenkt, würden auch die erneuerbaren Energien als Quelle reichen - ohne Einschnitte beim Lebensstandard, so Kohnen.

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