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Aus absolut allem kann ein Vogel werden: Nach anfänglichem Zweifel entdeckten die Gräfelfinger Erstklässler unter der Anleitung von „Birdman“ Hans Langner ungeahnte Gestaltungsmöglichkeiten – und waren stolz auf ihre Kreationen.

Kunstgrundschule Gräfelfing

Besuch von "Birdman" Hans Langner

"Birdman" Hans Langner verleiht mit seinem Vogelbau-Projekt der Kreativität von Erstklässlern Flügel. Jetzt schaute er in der Kunstgrundschule Gräfelfing vorbei.

„Wie soll ich aus einem Schwein einen Vogel machen?“ Der Erstklässler schaute einigermaßen irritiert auf ein kleines Porzellanschwein in seiner Hand. Der „Birdman“ lächelte. Genau diese Reaktion hatte er erwartet. „Das sagen die Kinder immer zu Beginn des Projektes“, so der Birdman, alias Hans Langner. „Und dann schlagartig löst sich der Knoten, und nach fünfzehn Minuten sind die ersten tollen Vögel fertig.“ Der Künstler Hans Langner, bekannt für seine bunten Vögel, war einen Vormittag mit seinem Birdman-Projekt zu Gast in der Grundschule Gräfelfing, die seit heuer das Prädikat Kunstgrundschule trägt – ein Pilot-Konzept des Kultusministeriums. „Dies ermöglicht uns, getreu dem Jahresschulmotto ,Unsere Schule – ein Haus der Kunst’, den Fokus auf viel Kunst zu legen und unter anderem Künstler einzuladen“, so Rektorin Angelika Nerz-Lidl. Und dass Kunst auch richtig Spaß macht, zeigten die Erstklässler, die in die Gunst gekommen waren, mit dem Birdman zu basteln. Gespannt hörten sie zu, wie sie ihre Piepmätze in Form der „Instant Art“ (Sofortkunst) kreieren sollten. Jedes Kind durfte sich aus einem zugedeckten Eimer einen Alltagsgegenstand herausfischen: einen alten rosa Handschuh, eine Gummischlange oder einen Plätzchenausstecher – einfach Dinge, die schon kaputt, alt oder nutzlos sind. Die kreative Aufgabe der Kinder: Wie passt der Gegenstand zu meinem Vogel? Ist der ausrangierte Büchsenöffner eher der Schnabel oder doch der Körper? Da wurde überlegt und ausprobiert, um fachmännische Einschätzung beim Birdman gebeten, bis nach einer halben Stunde die ersten selbstgestalteten Vögelchen auf einem Holzbrett mit Hilfe von Farben und Draht entstanden waren. „Das Lösen von der gewohnten Sichtweise fällt den meisten am Anfang schwer“, weiß Hans Langner, der in den letzten achtzehn Jahren Tausende von Vögeln dargestellt hat. Aber geht nicht, gibt’s bei ihm nicht. Trotzdem ist es selbst für ihn immer wieder wie Magie, wenn aus scheinbar nutzlosen Dingen so schöne Kreationen geschaffen werden. Der Birdman gibt auch Kurse für Erwachsene. Aber mit Kindern arbeite er besonders gern, sagt er. Kinder gingen einfach frohen Mutes ans Werk. Die plötzlich eintretende Veränderung des Blickwinkels – der gewöhnliche Haustürschlüssel wird zum Vogelkopf mit langem Schnabel – und somit die Förderung der Kreativität, sei jedes Mal ein Ereignis. Und es stimmt: Aus dem Schwein ist tatsächlich ein schicker Flattermann geworden – und aus einer Staubsaugerdüse und einem Sandkastenförmchen auch.

Carolin Högel

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