Der Boden der Mehrzweckhalle, hier Vorarbeiten zur Verankerung von Sportgeräten, soll auch für eine Bestuhlung robust genug sein; eine zusätzliche Schutz-Abdeckung ist offenbar nun doch nicht nötig. Foto: jürgen sauer

Boden der Mehrzweckhalle doch nutzbar

Neuried - Erfreuliche Nachrichten in Sachen Neurieder Mehrzweckhalle: Der Boden ist für Vereine doch nutzbar - Fördergelder hängen nicht an einem Schutzbelag.

Die Nachricht dürfte die Vereine in Neuried aufatmen lassen: Wie aus einer Mitteilung der Gemeinde hervorgeht, ist der Hallenfußboden nun doch für Vereine nutzbar - ohne den befürchteten Mehraufwand.

Zum Hintergrund: Der Neubau der Mehrzweckhalle ist zwar laut den Planungen auch auf andere Nutzungen ausgelegt, offiziell ist der Bau aber eine Schulsporthalle. Und die Gemeinde war bislang davon ausgegangen, dass die Zuschussbestimmungen vorsehen, dass der Hallenboden für jegliche Nutzung jenseits des Schulsports mit einem Schutzbelag versehen werden müsse. Für die Nutzer, etwa den Verein Kunst & Kultur (K&K), hätte das einen erheblichen Mehraufwand nach sich gezogen. Vor jeder Veranstaltung hätten die Ehrenamtlichen wohl hunderte Nadelfilzmatten verlegen und anschließend wieder entfernen müssen.

K&K sah sich, wie berichtet, außer Stande, die zusätzliche Arbeit zu leisten und kündigte an, keine Veranstaltungen mehr anbieten zu können. Die Gemeinde kam dem Verein daraufhin entgegen und sicherte zu, sich zunächst in Eigenregie um den Bodenschutz bei Veranstaltungen zu kümmern.

Wie sich zwischenzeitlich herausstellte, war die Aussage der zuständigen Förderstelle lediglich eine Empfehlung, nicht aber eine Vorschrift. Altbürgermeister Ladislaus Wolowicz konnte in Erfahrung bringen, dass es sich um eine Fehlinformation handelte. Es besteht demnach kein Zusammenhang zwischen der finanziellen Förderung und dem Schutz des Hallenbodens.

Bürgermeister Harald Zipfel (SPD) erklärt auf Nachfrage, wie es zu dem Missverständnis kommen konnte: Neuried hätte demnach bereits vor rund drei Jahren Auskünfte bei der Förderstelle der Regierung eingeholt. „Dort hat eine Dame Auskunft gegeben, die sie nicht hätte geben dürfen“, so Zipfel. Die Gemeinde habe diese Auskunft dann so hingenommen. „Das ist unglücklich gelaufen. Aber wir können nicht immer fünfmal nachfragen“, sagt der Bürgermeister. Verärgert ist Zipfel darüber, dass sich die Aufklärung so lange hingezogen hat. Kämmerer Max Heindl habe über Wochen das Gespräch gesucht - leider ohne den gewünschten Erfolg. Mittlerweile hat sich die Gemeinde offiziell bestätigen lassen, dass es tatsächlich keinen Zusammenhang zwischen der Förderung und dem Schutz des Hallenbodens gibt.

Im Rathaus jedenfalls herrscht Erleichterung über die neue Sachlage, können doch die Vereine die Halle künftig problemlos nutzen. Ob Neuried dennoch einen Schutzboden anschafft, ist indes noch nicht klar. Zipfel: „Vielleicht in einer abgespeckten Version.“ Andreas Huber

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Kommentare