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Auf dem Braun-Grundstück sollen längs der Gautinger Straße zwei Mehrfamilienhäuser entstehen. Wie eine Bebauung wirken könnte, zeigt eine fiktive Darstellung mit dreigeschossigen Baukörper und einer Baumgruppe in der Mitte.

Braun-Grundstück: Noch mehr Lärm?

Krailling – Anwohner der Gautinger Straße fürchten mehr Lärmbelastung durch die Bebauung des Braun-Grundstücks. Die Gemeinde will das prüfen.

Am Montag trugen Anwohner-Vertreter ihre Sorgen Bürgermeisterin Christine Borst im Rathaus vor. „Es war ein sehr langes und interessantes Gespräch“, so Borst, die eine Liste mit Wünschen an die Hand gegeben bekam. Ob sich diese realisieren lassen, wird jetzt von der Gemeinde untersucht – auch in Rücksprache mit dem Bauwerber.

Stein des Anstoßes ist der an der Gautinger Straße geplante Gebäuderiegel. Dort sollen zwei dreigeschossige Mehrfamilienhäuser auf einer Länge von maximal 29 bzw. 25 Metern mit einer dazwischen liegenden, zurückversetzten Schallschutzwand (20 Meter) entstehen. Anwohner auf der gegenüber liegenden Straßenseite rechnen infolge des Widerhalls mit noch höherem Geräuschpegel an der viel befahrenen Staatsstraße.

„Der Straßenlärm darf sich nicht verschärfen.“ Der Bauwerber solle deshalb bereits bei Antragsstellung entsprechende Schallschutzmaßnahmen an den Gebäuden nachweisen, forderte Hans Wechner (CSU) am Dienstag im Bauausschuss. Dieser kam überein, mehrere Anträge der Anwohner prüfen zu lassen. So soll untersucht werden, ob man die Gebäude weiter von der Straße abrücken kann, um auch Platz für eine bessere Begrünung zu schaffen. Das dritte Stockwerk der beiden Gebäude soll zurückversetzt werden, damit die Baukörper nicht zu massiv in Erscheinung treten. Wichtig ist den Anwohnern auch, dass für die Bewohner der fünf Mehrfamilien- und zwei Einzelhäuser in der Tiefgarage oder oberirdisch ausreichend Besucherparkplätze geschaffen werden, damit diese nicht in umliegende Straßen ausweichen.

Ortsplanerin Michaela Schneider befürwortete „eine Bebauungskette“ entlang der Gautinger Straße, um einen Lärmschutz für hintere Bereiche zu schaffen. Eine dichtere Bebauung sei auch in Bebauungsplänen für umliegende Bereiche vorgesehen. „Derzeit hat man nicht den Eindruck, durch den Ort zu fahren“, sagte Schneider. Dies führe dazu, dass Autofahrer mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs seien.

Offen ist noch die Wegführung durch das rund 10.000 m2 große Grundstück. Über eine Würmbrücke soll eine öffentliche Verbindung vom Kraillinger Osten zum Ortszentrum entstehen. Vorgesehen ist, den Weg zwischen den beiden Mehrfamilienhäusern beginnen zu lassen. Aber auch Alternativen sind denkbar. Martin Hoffmann (SPD) sprach sich dafür aus, den Weg an der südlichen Grundstücksgrenze entlang zu führen, damit Spaziergänger einen Blick auf den sonst verborgenen Eisweiher werfen können. Dieser sei „ ein einmaliges Naturerlebnis“.

Mit dem Planungskonzept wird sich der Gemeinderat am Dienstag, 24. März, befassen. Dann soll auch ein Schallschutzgutachter zu Wort kommen. Die Zeit drängt, da die derzeit verhängte Veränderungssperre ausläuft.

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