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„Wir haben das gemacht, was gemacht werden muss“: Johannes Nowak studiert Medizin und ist Rettungsassistent bei den Maltesern in Gräfelfing.

Rentner (75) aus dem Wasser gezogen und reanimiert

Die Lebensretter vom Fohnsee

Krailling - Zwei Kraillinger haben einen bewusstlosen, 75-jährigen Mann aus dem Fohnsee gerettet und reanimiert. Ganz selbstverständlich.

Plötzlich ging alles ganz schnell. Philipp Nowak (16) sprang aus seinem Schlauchboot, half Josef Graßl (66), den leblosen Körper aus dem Wasser zu ziehen und rief gleichzeitig seinen großen Bruder Johannes Nowak (23) zur Hilfe. „Wir haben das gemacht, was gemacht werden muss“, sagt der Ältere, der am frühen Nachmittag gemütlich am Strand des Fohnsees bei Iffeldorf gesessen und auf seinen Bruder gewartet hatte, als er dessen Hilferufe vernahm. Der Badeunfall ereignete sich am Freitag vor einer Woche.

Es sollte ein heißer Tag werden. Rund 30 Grad hatte der Wetterbericht vorhergesagt. Beste Bedingungen für einen Ausflug an den See. „Wir haben morgens überlegt, wo wir hingehen“, erzählt Johannes Nowak (23). Der Kraillinger und seine beiden Geschwister schätzen den Fohnsee. Also fuhren sie zusammen nach Iffeldorf. Johannes und seine Schwester Elisabeth (21) wanderten um den See, während ihr Bruder Philipp (16) mit dem Schlauchboot unterwegs war. Als die beiden Wanderer zurückkehrten, setzten sie sich ans Ufer, um auf ihren Bruder zu warten. Der war schon fast in Ufernähe, als sich die Ereignisse überschlugen.

Beim Schwimmen hatte der Penzberger Josef Graßl den 75-Jährigen leblos mit dem Kopf nach unten im Wasser treiben gesehen. Gemeinsam mit Philipp Nowak brachte er ihn zum Ufer. „Ich habe dann das Drücken angefangen“, erzählt Johannes Nowak. Er studiert Medizin in Budapest und ist Rettungsassistent bei den Maltesern in Gräfelfing. Er wusste also, was er tat, als er anfing, den leblosen 75-Jährigen zu reanimieren. Und er wusste auch, was man mit einem „Ambu-Beutel“, einem Beatmungsbeutel, anfängt, als ihm dieser gereicht wurde. Er stülpte ihn über Mund und Nase des Bewusstlosen und ging seiner Arbeit nach. Noch bevor die herbeigerufenen Rettungskräfte eintrafen, habe der Mann wieder einen Puls bekommen, das Herz habe angefangen zu schlagen und die Pupillen hätten wieder auf Licht reagiert. Helfer des BRK-Rettungsdienstes brachten den Mann laut Polizei in das Unfallklinikum nach Murnau und versetzten ihn dort in ein künstliches Koma. „Ob wir ihm das Leben gerettet haben, zeigt sich erst später“, sagt Johannes Nowak vorsichtig.

Laut Polizei ist der Zustand des Geretteten stabil. Nowak weiß allerdings, dass es manchmal nicht genüge, ein Herz wieder zum Schlagen zu bringen. Auch Graßl hofft, dass der Mann überlebt und keine Schäden zurückbleiben. Dass der Gerettete Glück hatte, will Nowak nicht sagen. „Glück hat er, wenn er wieder gesund wird.“

Victoria Strachwitz

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