Buch-Rücksendung: Johannes Schiller zieht Angebot zurück

Krailling - Kraillings Bürgermeisterin Christine Borst hat auf die Kritik des Gautingers Johannes Schiller am Vorgehen ihrer Gemeindeverwaltung dünnhäutig reagiert.

Schillers Bemerkung, er sei „noch nie so abgefertigt worden“ wie in Krailling, habe sie „mit großem Erstaunen“ gelesen, schrieb Borst dem Gautinger nun in einem Brief - mit Kopie an den Merkur.

Wie berichtet, hatte der 72-jährige Gautinger Maler und Autor sich darüber beschwert, dass die Gemeinde Krailling ihm ein Exemplar seines jüngsten Buches „Erzählungen eines Schiller Falters“ postwendend zurückgeschickt hatte - mit der Bemerkung, die Gemeindebibliothek habe keine Verwendung für das Buch, das 18,50 Euro kosten sollte (s. auch Rezension Seite 32).

Nun kontert Christine Borst: „Ich habe in meinem Leben viele Belegexemplare oder Büchergeschenke bekommen, eine gleichzeitige Zahlungsaufforderung war niemals dabei.“ Deshalb sei das Buch als „Kaufangebot“ interpretiert und an die Gemeindebücherei weitergeleitet worden. Deren Mitarbeiter hätten kein Interesse an dem Werk gehabt, weshalb es „mit ein paar erklärenden Worten“ zurückgeschickt worden sei. Dies sei bei Kaufangeboten ein übliches Vorgehen, findet Borst. Weshalb eine Würmtaler Gemeindebücherei kein Interesse an gedruckten Würmtaler Lokalgeschichten hat, erklärte die Bürgermeisterin nicht.

Auch die zweite Beschwerde Schillers findet Borst offenbar unbegründet. Über sein Angebot, eine schadhafte Stelle an der von ihm gestalteten Kraillinger Bahnunterführung auszubessern, sei bereits positiv entschieden worden. Allerdings habe die Bauabteilung im Rathaus es versäumt, Schiller „umgehend“ davon in Kenntnis zu setzen, so Borst. Der winkte inzwischen ab; in einem Brief an Borst schrieb Johannes Schiller nun, er vermisse bei ihr jegliches Wohlwollen für seine Arbeit, weshalb sein Angebot hinfällig sei.

Daran änderte auch eine von Bürgermeisterin Borst angedeutete Schuld-Teilung nichts: Die Presse, so die Bürgermeisterin mit kühnem Seitenhieb, habe das Thema - „wohl dem Sommerloch geschuldet“ - groß aufgezogen.

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