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Planung im Bürgerdialog: In vier Arbeitsgruppen wurden Ideen für die Gestaltung der Ortsmitte gesammelt. Gabriele Rech-Wüstenberg (2.v.r.) verdeutlicht hier die Verkehrssituation auf der Staatsstraße. Rechts im Bild Stephanie Pettrich, Vorsitzende des Büros „Identität& Image“, die die Veranstaltung leitete.

In einer Kreativ-Werkstatt werden Ideen für die Gestaltung der Ortsmitte gesammelt

Bürger entwerfen die "Neurieder Freiheit"

Neuried - In der Kreativ-Werkstatt rauchten die Köpfe. Mit Coach Stephanie Pettrich vom Büro Identität & Image erarbeiteten 50 Interessierte Konzepte für eine verkehrsberuhigte, attraktive Neurieder Ortsmitte.

Clou der vorgelegten Entwürfe war ein abgesenkter Platz „Neurieder Freiheit“ – analog zur Münchner Freiheit – anstelle der hässlichen Unterführung. Zwischen historischer Kirche und dem Gasthaus Lorber an der Gautinger Straße wünschen sich Bürger ihren zweiten „Dorfplatz“ mit Tempo 20.

Vier Bürger-Arbeitsgruppen hatten sich nach der Auftaktveranstaltung des Dialogverfahrens neue Planziele gesteckt. Die Probleme liegen auf der Hand: Neuried wächst. Das Rathaus an der Staatsstraße, die den Ort durchschneidet, platzt aus den Nähten. Deshalb ist das Bauamt schon seit Jahren provisorisch im Container untergebracht. Fürs alte Feuerwehrhaus gibt es längst die Abbruchgenehmigung. Über die von der Coaching-Firma „Identität & Image“ betreute „Kreativ-Werkstatt“ wurden jetzt weitere Bürger-Ideen eingeholt. Die Teilnehmer tagten den gesamten Samstag in der Grundschule – und tauschten Ideen aus.

Grundsätzlich „zu heftig“ sei der Verkehr in Neuried, hatte „Gruppe Rot“ festgestellt. Die Schneise der Staatsstraße sei „zu breit.“ Auch durch die Gautinger Straße fließe zu viel Durchgangsverkehr. Deshalb habe die Orts-Verbindungsstraße im historischen Dorfkern mit Kirche St. Nikolaus, Friedhof und Gasthaus Lorber eine „miese Aufenthaltsqualität“, schrieben die Bürger auf die Flip-Chart. Grundsätzlich „lichter“ wünschen sich die Werkstatt-Teilnehmer die unansehnliche Fußgänger-Unterführung an der verkehrsreichen Kreuzung Staats-/ Gautinger Straße. Für diesen Bereich entwickelte eine Arbeitsgruppe die Idee einer abgesenkten Ortsmitte mit Café und Aufenthalts-Stufen. Das könnte eine Art „Münchner Freiheit“ wie am Verkehrsknotenpunkt in München-Schwabing werden, erläutert Werner Schuegraf das gemeinsam erarbeitete Konzept. Die beiden Bushaltestellen an der Staatsstraße sollen demnach verlegt werden - Richtung Kaffee-Rösterei. Grundsätzlich verengt sollen die breiten Fahrbahnen im Kreuzungsbereich werden. Entlang der Staatsstraße empfehlen die Werkstatt-Teilnehmer Tempo 30, „optische Gehwege“ und weniger Parkplätze. Von der abgesenkten „Neurieder Freiheit“ mit Rampe und Sitzflächen gibt es künftig einen Tiefgaragen-Zugang – so jedenfalls die Vision. Auch die Ortsmitte Nord mit Wohnen, neuem Rathaus und angepeiltem Hotel soll von hier aus erschlossen werden. Ebenso die Geschäfte, Praxen und Büros. Auf der Südseite mit verengter Fahrbahn könnte ein verkehrsberuhigter Shared-Space-Bereich mit Marktplatz entstehen.

Mehr Platz für Begegnungen wünschte sich auch die „Gruppe Orange.“ An der Gautinger Straße mit künftigem zweitem Dorfplatz und Brunnen wird eine Einbahn-Regelung empfohlen. Grundsätzlich soll der Hauptverkehr über die M4 abgewickelt werden, erläutert Andreas Kobza eine Variante.

Der künftige Zeitplan sieht wie folgt aus: Die erarbeiteten Bürger-Ideen werden von Coach Stephanie Pettrich vom Büro Identität & Image gebündelt. Im Rahmen eines„Machbarkeitschecks“ wird die nicht-öffentliche Architekten-Werkstatt die Ergebnisse am 28. April bewerten. Beim Bürgerforum am 9. Juni haben dann wieder die Neurieder das Wort.

cc

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