Bürgerhaus Gräfelfing: Pläne für Umbau und Sanierung

Neuer Turm und Eingangsbereich

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Das über 30 Jahre alte Gräfelfinger Bürgerhaus ist zur finanziellen Zeitbombe geworden. Jetzt liegt ein neuer Plan auf dem Tisch, wie das komplexe Gebäude erweitert und saniert werden könnte.

„Denk ich ans Bürgerhaus in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht“ – so könnten Gräfelfinger Kommunalpolitiker in Anlehnung an Heine zu Recht reimen. 15 Minuten brauchte Architekt Klaus Molenaar, der das Bürgerhaus einst entwarf, in der Bauausschusssitzung am Donnerstag, um die heutigen Mängel des Komplexes aufzuzählen. „Es ist in jeder Hinsicht der Stand von vor 30 Jahren“, so Molenaar. 2016 bedeutet das: Die komplette Haustechnik von der verschlammten Fußbodenheizung über die kaputte Lüftung, rudimentärsten Brandschutz bis hin zu abgenutztem Mobiliar, „unappetitlichen“ Sanitäranlagen, zu kleiner Bühne und Bücherei, katastrophaler Energiebilanz und unzulänglicher Barrierefreiheit gehört dringend saniert, umgebaut, erneuert.

Würde man die nötigsten Dinge in Stand setzen, die nach Expertenmeinung binnen fünf Jahren schlicht ihre Funktion einstellen werden, käme man allein schon auf 3,6 Millionen Euro – ohne die Bücherei zukunftsgerecht erweitert, die Bühne vergrößert, die Energieeffizienz verbessert oder die Barrierefreiheit hergestellt zu haben.

Andererseits ist der ganz große Umbauplan, den Molenaar noch im Februar vorgestellt hatte, vom Tisch: Er hätte automatisch einen Bauantrag für das gesamte Bürgerhaus bedingt und damit den Bestandschutz getilgt, unter dem das Haus wegen fehlendem Brandschutz überhaupt noch operieren darf. Und was heutiger Brandschutz für das ganze Bürgerhaus kosten würde, hat noch niemand auszurechnen gewagt.

Gemeinsam mit Bürgerhaus-Manager Jan Konarski und Bücherei-Chefin Elke Naeve entwickelte Molenaar also eine dritte Variante, die alle Nutzer zufriedenstellen soll und viele der Probleme löst: Der heutige Turm, Kiosk und Kino-Eingang würde abgerissen und durch einen neuen, größeren Turm und Eingangsbereich ersetzt. Dieser Trakt wäre ein in sich geschlossener Brandschutzabschnitt; das Bürgerhaus könnte mit entsprechenden Modernisierungen ohne Eingriff ins Tragwerk weiter funktionieren. Hinzu käme eine Bühnenerweiterung. Kosten insgesamt: 5,8 Millionen Euro. Nach positiven Reaktionen im Ausschuss sollen sich nun die Fraktionen mit den Plänen befassen.

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