Bürgermeister-Wahl 2014

In Gräfelfing dreht sich das Kandidaten-Karussell

Gräfelfing - Der Verzicht von Gräfelfings Bürgermeister Göbel (CSU) auf eine weitere Amtszeit eröffnet anderen politischen Gruppierungen neue Chancen im Kampf um den Chefsessel im Rathaus.

„Mein Traum wäre ein überparteiliches Projekt gewesen. Doch er ist ausgeträumt“, bekennt Frauke Schwaiblmair (Grüne/Unabhängige). Der Versuch, bei der Kommnalwahl 2014 einen gemeinsamen Bürgermeister-Kandidaten aller anderen Gruppierungen gegen den Christsozialen Peter Köstler aufzustellen, sei „schon im Bereich des Fiktiven begraben worden“ - bevor es um Personen ging. Zu den Gründen für das Scheitern der Gespräche sagt Schwaiblmair: „Es gab zu viele nicht deckungsgleiche Schnittstellen.“ Zudem stand die schiere politische Rivalität den Gruppierungen im Wege. Denn der gemeinsame Gegenkandidat dürfe eigentlich aus Gerechtigkeitsgründen auf keiner Liste stehen, so die Gemeinderätin: Jede Liste profitiert von einem eigenen Bürgermeister-Kandidaten; die anderen Unterstützer hätten das Nachsehen. Und die Wahrscheinlichkeit, Köstler in eine Stichwahl zu zwingen, erhöhe sich bei mehreren Kandidaten, so Schwaiblmair. Deshalb sind die Gruppierungen nun alle dabei, jeweils einen eigenen Kandidaten zu benennen.

Die IGG ziert sich noch, die Offerte ihres Gemeinderates Florian Ernstberger anzunehmen. Man sei noch auf der Suche nach weiteren Bewerbern, ließ Vorstandsmitglied Uta Wüst wissen. Klarheit herrscht indes nicht nur bei der CSU, die Peter Köstler als Wunsch-Nachfolger von Christoph Göbel längst auf den Schild gehoben hat, sondern auch bei der AIG: „Mein Gemeinderatskollege Ralf Brandtner wird kandidieren - vorbehaltlich der Zustimmung durch die Mitgliederversammlung“, sagt AIG-Vorsitzender Hans Furbach. Unter anderem dank dieser Kandidatur erwarte seine Gruppierung bei der nächsten Wahl etwa vier Sitze im Gemeinderat; heute sind es zwei.

Ziemlich klar sieht es auch bei der SPD aus. Ortsvorsitzende und Gemeinderätin Heidi Plank-Schwab ist für eine abermalige Kandidatur bereit und wartet nur noch auf die Zustimmung der Genossen. Eine Frau würde Gräfelfing „mal ganz gut tun“, findet Plank-Schwab.

Die FDP ist noch auf der Suche. Weil Gemeinderat Jörg Scholler aus Altersgründen nicht mehr in Frage kommt, ist ein anderer Bewerber nötig, will man nicht auf den Kandidaten-Bonus verzichten. Scholler: „Ansonsten haben wir nur mich als Spitzenkandidaten für den Gemeinderat.“

Auch der BVGL tut sich schwer, wenngleich die Personaldecke dort auf den ersten Blick besser ist. Fraktionschef Florian Renner hat offenbar wenig Lust, seine erfolgreiche Anwaltskarriere aufs Spiel zu setzen und winkt „tendenziell“ ab, ebenso wie Ortsvorsitzender Olaf Grohmann. 2. Vorsitzender Eric Bayer hat sich laut Renner bereit erklärt, sollte es keinen anderen Kandidaten geben. Entschieden ist beim Bürgerverein noch nichts.

Ähnlich verhält es sich bei den Grünen. Gemeinderat Frank Sommer sagte auf Anfrage: „Ich tendiere momentan dazu, nein zu sagen.“ Auch bei ihm stünde eine erfolgreiche Rechtsanwaltskarriere auf dem Spiel. Bliebe beispielsweise Fraktionskollegin Schwaiblmair. Die sagt, sie stünde „im Moment nicht zur Verfügung“. Um vieldeutig anzufügen: „Man kann sich auch zu früh verkaufen. Das hat keine Eile.“

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