Bürgermeisterin bezieht Stellung

Krailling - Christine Borst hat zum Streit im Gemeinderat öffentlich Stellung genommen. Auf der Bürgerversammlung sprach sie von einer „persönlichen Angelegenheit zwischen zwei Gemeinderäten“.

Eine so unaufgeregte Bürgerversammlung wie am Dienstag hat es in Krailling lange nicht mehr gegeben. Auf den knapp einstündigen Bericht der Bürgermeisterin folgten ganze drei Wortmeldungen. Zwei drehten sich um das Radfahren auf Gehwegen und richteten sich direkt an den Planegger Polizeichef Siegfried Janscha.

Der dritte Kraillinger, der das Wort ergriff, wandte sich dann direkt an Bürgermeisterin Christine Borst (CSU) mit der Bitte, die zuletzt im Gemeinderat so hoch geschlagenen Wogen wieder zu glätten. Man möge persönliche Angriffe und Entgleisungen unterlassen, kommentierte der Redner ohne weitere Adressierung den Streit, der um die Anfrage mehrerer Gemeinderatsfraktionen zu den Verbindungen zwischen der Gemeinde und dem inhaftierten Geschäftsführer der in Krailling beheimateten Firma Technosan, Alexander Czetsch, entbrannt war (wir berichteten). Es folgte erst Applaus von den kaum hundert anwesenden Bürgern und danach die erste öffentliche Stellungnahme der Bürgermeisterin zur Reaktion von SPD, Grünen und FBK auf die heftigen Angriffe der CSU-Räte. Die erstgenannten Fraktionen hatten eine E-Mail von CSU-Fraktionssprecher Peter Weigert an die Grünen-Gemeinderätin Adrienne Akontz der Kommunalaufsicht des Landratsamtes Starnberg weitergeleitet (wir berichteten). Borst ließ erst wissen, dass sie persönlich diese Streitigkeiten hasse und sagte dann: „Früher ist mal gerauft worden oder man hat sich ein Glas Bier über den Kopf geschüttet. Heute hat das andere Dimensionen. Da geht das gleich über die Rechtsaufsicht.“ Anschließend bemühte sie sich, den ganzen Vorgang zu relativieren. „Das ist nur ein Streit zwischen zwei Gemeinderäten und nicht mehr“, sagte Borst.

Akontz hatte Ende Februar den Zorn einiger CSU-Gemeinderäte abbekommen, weil sie im Gemeinderat stellvertretend einen bereits Wochen vorher bekannten gemeinsamen Fragenkatalog von SPD, Grünen, FDP und FBK zu Czetsch und Technosan verlesen hatte. Es folgten heftige, teils persönliche Angriffe der CSU-Räte. Zwei Tage nach der öffentlichen Sitzung schrieb Weigert in einer E-Mail an Akontz, es sei angebracht, dass von „Nestbeschmutzung“ durch ihre Person die Rede gewesen war. Eine Zurücknahme dieser Aussage folgte bisher nicht.

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