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Die Autobahn A 96 von München nach Lindau durchschneidet Gräfelfing. Trotz teurer Machbarkeitsstudie wird hier in Sachen Lärmschutz zunächst wenig passieren.

Lärmschutz an der A 96 in Gräfelfing

Bürgermeisterin Uta Wüst: "Ich bin da sehr zurückhaltend"

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Für Uta Wüst hat umfassender Lärmschutz an der A 96 keine Priorität. „Ich bin da sehr zurückhaltend, angesichts der vielen anderen teuren Baustellen, die wir haben“, bekannte die Gräfelfinger Bürgermeisterin jetzt auf Anfrage.

Dass in dieser Legislaturperiode bei dem Thema, zu dem eine 300 000 Euro teure Machbarkeitsstudie vorliegt, noch etwas geschieht, ist praktisch ausgeschlossen. Über die Gründe für den mangelnden inneren Antrieb der Rathaus-Chefin lässt sich viel spekulieren. Die schieren Zahlen (Gesamtkosten: über 200 Millionen Euro), das komplexe Grundstückstausch- und -verwertungsmodell, zahlreiche andere große Aufgaben wie die Erweiterung des Schulcampus’ Lochham spielen gewiss eine Rolle. Nicht zuletzt allerdings fehlt es an breitem Rückhalt in Bevölkerung und Gemeinderat – man könnte auch sagen: Druck.

Nicht umsonst verweist Uta Wüst auf die letzte Beschlusslage des Gemeinderates, derzufolge die Fraktionen den Auftrag hatten, zwischen den einzelnen Bauabschnitten und Maßnahmen zu priorisieren: Sollte zuerst die bezahlbare, allerdings weniger wirksame Optimierung der westlichen Tunnelausfahrt (3 Millionen Euro), oder etwa die Galerieverbauung an der Heitmeiersiedlung (41 Millionen Euro) in Angriff genommen werden? Uta Wüst: „Da kam nichts.“ Solange das so sei, stehe das Projekt jedenfalls „nicht an erster Stelle“.

Auch die Frage der Zuständigkeit treibt Uta Wüst nach wie vor um: „Der Lärmschutz an der Autobahn liegt nicht in unserer Verantwortung“, sagt sie. Das ist nicht neu; die Machbarkeitsstudie war stets hinsichtlich eines (freiwilligen) Gemeindeprojekts gedacht, nicht als Blaupause für staatliches Handeln. Der Kontakt mit den Behörden, namentlich der Autobahndirektion bei diesem Thema nähre „nicht die Hoffnung, dass man etwas bewegen kann“, so Wüst. „Da muss man realistisch bleiben.“

Die Bürgermeisterin verweist auch auf die Größe der Aufgabe. „Das wäre eine Großbaustelle, und wir haben schon so viele Baustellen.“ Man müsse darauf achten, sich nicht zu übernehmen.

Ganz untätig will Uta Wüst indes nicht bleiben und auch nicht erscheinen. Sie plant, den Landrat, die Autobahndirektion, die Gemeinde Gräfelfing und vor allem Vertreter der A 96-Lärmschutz-Initiativen westlich von Gräfelfing (Blumenau, Sendling) an einen Tisch zu bringen. Schließlich habe auch Germering Lärmschutz, Tempolimit und Tempokontrollen erhalten – freilich im Zuge einer zusätzlichen Fahrspur. Angesichts der ungebrochenen Verkehrszunahme sei auch in Gräfelfing eines Tages damit zu rechnen, sagt Wüst.

Das klingt nach Prinzip Hoffnung. Und so lautet das etwas fatalistische Fazit der Bürgermeisterin: „Der Lärm ist nicht schön, und der Verkehr ist stärker geworden. Aber das lässt sich nicht mit einem Handstreich lösen.“

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