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Renovierung bewilligt

Debatte um Bürgermeisterbüro beendet

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Gräfelfing - Das Büro der Bürgermeisterin ist in Gräfelfing zum Politikum geworden. Im zweiten Anlauf hatten die Gemeinderäte ein Einsehen.

Dienstwagen und Dienstreisen sind berüchtigte politische Tretminen. Dass auch eine Büroausstattung Sprengkraft entwickeln kann, zeigte sich in den letzten Wochen in Gräfelfing. Auch wenn die Angelegenheit eher einem kleinen Böller glich – Bürgermeisterin Uta Wüst hätte die Diskussionen gerne vermieden.

Die Einrichtung von Bürgermeisterin Wüsts Amtsstube im Gräfelfinger Rathaus stammt noch aus der Dienstzeit ihres Vorvorgängers Florian Ernstberger, also aus dem Jahr 2002. Nun sind 14 Jahre für hochwertiges Mobiliar nicht unbedingt ein Rentenalter, doch erwies sich etwa die Lösung mit einem großen Schreibtisch, der zugleich als Besprechungstisch diente, als unpraktisch.

Weil auch das Vorzimmer einer Erneuerung bedurfte, wurden gleich beide Räume bezüglich der Innenausstattung überplant. Kostenpunkt samt Möbeln, Vorhängen, Teppichen, Tapeten und Malerarbeiten: gut 54 000 Euro.

Da sie bei dem Thema selbst betroffen sei, habe sie es extra in den Ferienausschuss gelegt, den ihr Stellvertreter Peter Köstler leitete – in Abwesenheit der Bürgermeisterin, berichtete Uta Wüst im Hauptausschuss am Dienstag. Diese als elegant erachtete Lösung schlug freilich fehl; die Mitglieder des Ferienausschusses hatten Fragen, die Köstler nicht beantworten konnte, worauf dieser den Punkt vertagte.

Nun stand also doch Uta Wüst den Gemeinderäten Rede und Antwort – vor sich eine Auflistung der Kosten nach Gewerken. Daraus geht hervor, dass die Möbel für das Bürgermeisterzimmer gut 20 000 Euro kosten sollen, für das Vorzimmer 10 000 Euro. Die Vorhänge schlagen mit 5200 beziehungsweise 1000 Euro zu Buche, die Malerarbeiten kosten insgesamt knapp 6000 Euro, die Teppichböden über 11 000 Euro.

Gemeinderat Walter Frank (CSU), selbst gestandener Handwerker, mochte wie alle anderen Gemeinderäte die Berechtigung der Maßnahme nicht abstreiten. Doch sei „alles sehr hochpreisig“, kritisierte er und verwies auf einen Quadratmeterpreis von über 250 Euro beim Teppichboden. Frank: „Ich sehe es nicht als zwingend an, so viel Geld auszugeben, und möchte mich ungern dafür auf der Straße rechtfertigen müssen.“

Bürgermeisterin Uta Wüst erläuterte nachvollziehbar den Bedarf nach einer Erneuerung und Umstrukturierung. Bei vielen Besprechungen reiche der wenn auch große Schreibtisch nicht aus, öfter müssten Gäste „auf dem Schoß schreiben“. Der kleine Sitzungssaal sei als Alternative entfallen, weil er zu dringend benötigten Büros umfunktioniert wurde. Die Neuplanung sieht deshalb einen kleineren, schlichten Schreibtisch und einen gesonderten Besprechungstisch für bis zu acht Personen im Bürgermeisterzimmer vor.

Florian Renner (BVGL) sprang Wüst zur Seite. Er sagte, die Einzelheiten müsse die Bürgermeisterin als Nutzerin entscheiden. Ihr Vorzimmer und Amtszimmer solle „was hermachen“, und Qualität koste nun mal. Renner: „Deshalb kann ich da guten Gewissens zustimmen.“ Das sahen auch alle anderen Ausschuss-Mitglieder so, bis auf Hans Furbach (AIG), der seine Zustimmung verweigerte.

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