Bürgerversammlung in Gräfelfing

Flüchtlingsthema füllt das Bürgerhaus

Gräfelfing - Besucherrekord bei der Gräfelfinger Bürgerversammlung: Das Thema Flüchtlinge lockte 270 informationshungrige Gäste ins Bürgerhaus. Sie wurden nicht enttäuscht.

Das nennt man wohl eine erschöpfende Information – im doppelten Wortsinn: Ein Großteil der knapp zwei Stunden dauernden Vorträge widmete sich der Flüchtlingssituation in Gemeinde und Landkreis. Rund 270 Besucher im Bürgerhaus lauschten aufmerksam und hatten anschließend keinen Frage- oder Diskussionsbedarf mehr zu diesem Thema.

Bürgermeisterin Uta Wüst, die die Sachvorträge zum Großteil ihren Amtsleitern aus der Rathausverwaltung überließ, nahm zur Flüchtlingsproblematik auch selbst Stellung. Sie sagte, Gräfelfing erfülle seine aktuelle Quote von gut 200 Flüchtlingen mit der im Bau befindlichen Anlage an der Großhaderner Straße zwar, doch sei bereits 2016 mit einer Erhöhung der Quote um mindestens 150 Asylsuchende zu rechen. Wüst: „Wir versuchen dem nachzukommen, auch aus Solidarität den anderen Landkreiskommunen gegenüber.“ Die Bürgermeisterin dankte, wie zuvor schon Vize-Landrat Otto Bußjäger, den vielen Ehrenamtlichen des Helferkreises Asyl, deren vorbildlicher Einsatz in Zusammenarbeit mit Gemeinde und Landkreis eine Bewältigung dieser Herausforderung erst ermöglicht habe. Spontaner Applaus bekräftigte diese Sichtweise auch von Seiten der Bevölkerung.

Petra Hierl-Schmitz, Leiterin der Sozialverwaltung im Rathaus, schilderte die aktuelle Unterbringungssituation (69 Personen in der TSV-Turnhalle, 22 in Häusern dezentral, ab Dezember 208 in der neuen Unterkunft) und bekräftigte, für die Flüchtlingskinder gebe es in den Betreuungseinrichtungen und Schulen am Ort genügend Plätze; die gesamte Nachfrage könne gedeckt werden.

In der Fragerunde kamen andere Themen zur Sprache. Joachim Bender (Grüne) kritisierte, dass die Gemeinde ein Audit zur Sicherheit des Kreisverkehrs in der Lochhamer-/Rottenbucher Straße nicht veröffentlicht habe. Bürgermeisterin Uta Wüst sagte, das Papier sei nicht geheim (Bericht folgt).

Klaus Stadler monierte, die Situation am Fahrradstellplatz beim Gräfelfinger S-Bahnhof sei „eine Katastrophe“ und fördere nicht gerade das umweltfreundliche Radfahren zum Bahnhof.

Martin Schullerus

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