Bundespolitik verschärft Sieg und Niederlage

- Kandidaten über ihr Abschneiden

VON MARTIN BECKER Landkreis München - Als sich Engelbert Kupka zusammen mit Landrat Heiner Janik (CSU) fürs Siegerfoto postieren wollte, flimmerten über den Großbildschirm die Fußball-Ergebnisse mit der 1:2-Niederlage der SpVgg Unterhaching in Trier. "Zweimal an einem Tag zu gewinnen, das ist halt schwierig", so Kupka. Denn als Direktkandidat der CSU triumphierte er: Mit 57,9 Prozent der Stimmen zog der 62-Jährige zum vierten Mal in den Bayerischen Landtag ein.

SPD-Kandidat Thomas Wiedemann kam auf 18,6 Prozent, Susanna Tausendfreund von den Grünen auf 13,6 Prozent. Klar abgeschlagen: Renate Will (FDP/4,3 Prozent) und Florian Schramm (Freie Wähler/1,8 Prozent). Kupka führte seinen Erfolg vor allem auf das Versagen der rot-grünen Bundesregierung unter Kanzler Gerhard Schröder (SPD) zurück. "Bei meinen ungefähr 50 Wahlkampfterminen in den vergangenen Woche war spürbar, dass die Leute die Nase voll haben von Schröders schlechter Politik. Insofern trug Schröder maßgeblich zum hervorragenden Abschneiden der CSU bei", analysierte Kupka. Zusammen mit seiner zweiten Frau Waltraud verfolgte er die Hochrechnungen im Landratsamt in München. Bevor Kupka weitereilte - zuerst in den Landtag, dann zur Wahlparty der Landkreis-CSU in Ottobrunn - formulierte er seine Ziele für die nächsten fünf Jahre: "Ich würde gern wieder im Bereich Hochschulen, Universitäten und Kliniken arbeiten und im Haushaltsausschuss für das Wohl der Kommunen kämpfen."

Als sich Kupka längst verabschiedet hatte, harrte der unterlegene SPD-Herausforderer Thomas Wiedemann noch immer tapfer im Landratsamt aus. "Persönlich wollte ich vorn eine Zwei stehen haben", gestand der 41-Jährige aus Brunnthal. "Insofern bin ich in mehrerlei Hinsicht unzufrieden." Wiedemann zog daraus die Lehre, "dass ein halbes Jahr Wahlkampf nicht reicht". Daher müsse man "schon morgen anfangen, eine neue Strategie festzulegen". Explizit prangerte Wiedemann "die schlechte Bundespolitik und das mangelnde Profil der Bayern-SPD" an. Sein Fazit: "Dieses miserable Abschneiden der SPD muss Konsequenzen haben." Immerhin hofft Wiedemann noch, über seinen Listenplatz in den Landtag zu rutschen.

Gleiches gilt für die Pullacher Grünen-Landtagsabgeordnete Susanna Tausendfreund - beide müssen bis Dienstagnachmittag zittern, ob ihr Ergebnis reicht. "Meine ersten Einzelergebnisse sehen exzellent aus, bayernweit haben wir das beste Ergebnis aller Zeiten erzielt", gab sich die Pullacherin optimistisch, abermals in den Landtag einzuziehen. Das Erstarken der Grünen begründete Tausendfreund mit "konsequenter Politik vor Ort und mit Bodenhaftung im Landtag".

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