Burg Schwaneck stinkt zum Himmel

- Sanierung ist trotz knapper Kassen dringend notwendig

VON ANDREAS SACHSE Landkreis München - In knapp fünf Jahren soll das Schmuckstück des Landkreises wieder glänzen. Die Burg Schwaneck, laut Landrat Heiner Janik das "wertvollste Gebäude in unserem Besitz", wird bis Ende 2006 rundum saniert. Für die bereits im März 2001 vom Kreistag beschlossenen Maßnahmen hat jetzt der Bauausschuss des Kreistags grünes Licht gegeben.

Es gleicht einer Tragödie. Seit 27 Jahren, beklagte SPD-Rätin Johanna Hagn, hat sich der Burg kein Sanierungstrupp mehr genähert. Und seit fast 15 Jahren verzögert sich die endlich geplante Renovierung. Penetranter Gestank, offenbar abgesondert von maroden sanitären Einrichtungen, soll Gäste der vom Kreisjugendring unterhaltenen Jugendherberge abschrecken. "Es ist höchste Zeit, dass wir was tun." Findet auch Wolf-Dietrich Großer, FDP-Fraktionschef, der in der Burg das "wichtigste Kleinod des Kreises überhaupt" sieht. Die öffentliche Hand, schimpfte Großer, hat die Pflicht, in schlechten Zeiten zu investieren. "Rücklagen bilden können wir in fetten Jahren." Es war Klaus Läßing, dem Großers Rüffel galt. Der Finanzreferent der Freien Wähler (FW) hatte zuvor ans Sparen gemahnt. Im Rahmen der aktuellen Haushaltsdebatte stünde nun mal alles zur Disposition. "Wir wollen nicht, dass die Burg über uns zusammenbricht, aber wenn selbst soziale Besitzstände gefährdet sind." Eine Ansicht, die nicht einmal in Reihen der FW Zuspruch fand. Der Gräfelfinger Fraktionsvize Eberhard Reichert dachte nicht daran, seinem Parteifreund den Rücken zu stärken. Bedenken pekuniärer Art mochte er angesichts der Bedeutung der Maßnahmen zurückstellen. "Ich unterstütze das Projekt."

Bislang erwirtschaftete die Jugendherberge Profit. Ohne Sanierung jedoch ist damit Schluss. "Und dann", sprach Landrat Janik an Läßing gewandt, "schreiben wir erst recht rote Zahlen." Wie es scheint, fallen die Baukosten zudem günstiger aus, als zunächst befürchtet. Bauamtschef Walter Hilger gelang es offenbar, den noch im vergangenen Juli von einem Architekten errechneten Betrag von über 7,8 Millionen Euro auf 5,6 Millionen zu drücken. Hilger spart an Honoraren für Architekten und Baunebenkosten.

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