Bußgelder in fünfstelliger Höhe

Corona lässt Landkreis-Kassen klingeln

  • Victoria Strachwitz
    vonVictoria Strachwitz
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Picknick, Party, Motorradfahren: Alles verboten während der Ausgangssperre. Trotzdem haben sich im Würmtal mindestens 270 Menschen dazu hinreißen lassen. Für die Landkreise eine schöne Bescherung.

Würmtal – Sich an die Corona-bedingte Ausgangssperre zu halten, ist im Würmtal nicht allen leicht gefallen. Dem Landkreis München spült dies mindestens 10 000 Euro in die Kasse. Auch im Landkreis Starnberg klingelt die Kasse. Stellt die Polizei einen Verstoß gegen Corona-Regeln fest, bekommt der zuständige Landkreis das Geld.

Laut Ernst Wiedemann, Leiter der Gautinger Polizeiinspektion, hat er sich bis dato rund 100-mal wegen Bußgeldbescheiden mit dem Starnberger Landratsamt in Verbindung gesetzt. Im Bereich seiner Dienststelle wurden Abstandsregeln nicht eingehalten, auch Corona-Partys führten zu Anzeigen. „Letztes Wochenende hat es wieder eine in Buchendorf gegeben“, berichtet er. Mit der Ausnahme von Stockdorf gehört die Gemeinde Gauting zu seinem Zuständigkeitsbereich. Dazu noch Teile von Krailling. „In Pentenried war gar nichts los“, sagt er.

Das restliche Würmtal wird von der Polizeiinspektion Planegg betreut. In diesem Bereich, sagt Ersin Erol, Sprecher des Polizeipräsidiums München, wurde rund 170-mal gegen behördliche Anordnungen verstoßen. Noch nicht alle fließen in die Statistik des Landratsamtes München ein. Christine Spiegel, Sprecherin der Behörde, lagen bis Ende vergangener Woche deutlich geringere Zahlen vor. In Gräfelfing seien 22, in Planegg 26 und in Neuried 20 Menschen angezeigt worden. Damit kommt Spiegel auf 68 Personen und rund 10 000 Euro. Folgt man Erols Zahlen, darf der Landkreis München mit weit höheren Einnahmen rechnen.

Laut Spiegel wurde am häufigsten gegen die Vorschrift verstoßen, die Wohnung nicht ohne triftigen Grund zu verlassen. An zweiter Stelle stünden Verstöße gegen den vorgeschriebenen Mindestabstand. „Relativ selten wurden Verstöße festgestellt, weil die vorgeschriebene Mund-Nasen-Bedeckung nicht getragen wurde oder Gaststätten beziehungsweise Läden rechtswidrig geöffnet waren“, so Spiegel.

Das Landratsamt Starnberg kann keine Zahlen zu einzelnen Gemeinden liefern. Im gesamten Landkreis Starnberg hatten verbotene Motorradtouren, Picknicks und Hauspartys oder das Nicht-Einhalten der geltenden Abstandsregelungen 258 Bußgeldbescheide zur Folge. „83 Personen haben das verhängte Bußgeld bereits vollständig bezahlt“, berichtet Sprecherin Barbara Beck. Einige weitere Personen wählten die Ratenzahlung, um ihre Strafe zu begleichen. So gingen bis vergangene Woche insgesamt 14 590,50 Euro auf dem Konto des Landkreises Starnberg ein. Wie im Landkreis München ist noch mehr zu erwarten, auch wenn 18 mal Einspruch gegen den Bußgeldbescheid eingelegt wurde. Von denen, die bereits bezahlt haben, mussten 80 Personen je 178,50 Euro berappen. Das Bußgeld beträgt 150 Euro, dazu kommen 28,50 für Gebühren und Auslagen. Drei mal waren es Minderjährige, die kleinere Verstöße begangen hatten. Diese müssen 103,50 Euro bezahlen.

Die Landkreise dürfen sich aktuell also auch über Einnahmen freuen. Das Würmtal hat dazu beigetragen. Zu bemerken ist an dieser Stelle aber, dass sich die Bußgeldbescheide nach dem Ort des Geschehens richten. Diejenigen, die sich im Würmtal eine Anzeige einhandelten, waren nicht zwangsläufig Personen aus den jeweiligen Gemeinden oder Landkreisen, erklärt Christine Spiegel.

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