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Ausgelagerte Universitätsräume: In diesem Bürogebäude in der Fraunhoferstraße 12 in Martinsried wurden Labors eingerichtet, in denen Chemie- und Biologie-Studenten ihre Seminare und Praktika absolvieren werden.

Campus gerüstet für Studenten-Ansturm

Mit dem doppelten Abiturjahrgang erwartet den Campus Martinsried ein Ansturm an Studenten. Die LMU hat sich mit mehr Personal und einem zusätzlichen Gebäude gerüstet.

Fünf Stockwerke ragt das ehemalige Bürogebäude an der Fraunhoferstraße in Martinsried in die Höhe. Wo bis vor einem Jahr die unterschiedlichsten Firmen ihren Sitz hatten, ziehen bald Studenten ein. Ein Jahr lang wurden die Büros zu Laboren umgebaut. Auf rund 1500 Quadratmetern absolvieren dort ab September Nachwuchschemiker und -biologen der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) Seminare und Praktika. Die zusätzlichen Räume sind dringend nötig. Mit dem doppelten Abiturjahrgang sind die Bewerbungen für einen Studienplatz auf dem Campus Martinsried stark angestiegen, die Zahl der Studienplätze wurde entsprechend erhöht.

„Wir erwarten einen Ansturm von 500 Erstsemestern, normalerweise sind es 300“, berichtet Professor Heinrich Jung, Dekan der Fakultät für Biologie. Auf dem Hightechcampus Martinsried-Großhadern besuchen nicht nur Biologie-Studenten Vorlesungen und Praktika. Auch LMU-Studenten der Chemie und Pharmazie sind hier untergebracht. Hatten sich für Biologie und Chemie für das Wintersemester 2010/2011 noch 780 Abiturienten beworben, waren es in diesem Jahr 921.

Die Universität zog Konsequenzen: Die Zahl der Studienplätze wurde erhöht, in den Fächern Chemie und Biologie von 387 auf 585, im Fach Pharmazie von 81 auf 120. Die Zahl der Studenten auf dem Campus wird sich damit von rund 3500 (Wintersemester 2010/2011) auf etwa 3740 erhöhen.

Um den zusätzlichen Raumbedarf zu stemmen, hat die Universität – zunächst für zehn Jahre – ein zusätzliches Gebäude angemietet. In den mittlerweile umgebauten Räumen werden Studenten der experimentellen Fächer Biologie und Chemie untergebracht. „Wir sind gut gerüstet“, findet Dekan Jung. Mit dem fünfstöckigen Gebäude an der Fraunhoferstraße sei das Raumproblem gelöst.

Auch die Mensa hat sich auf die zusätzlichen Studenten eingestellt. 800 Essen werden im Schnitt bisher täglich ausgegeben, 1500 Essen täglich geben die Kapazitäten der Mensa her, erläutert Ursula Wurzer-Faßnacht, Geschäftsführerin des Studentenwerkes München. „Die Bestuhlung wird von 350 auf 400 verdichtet“, so Wurzer-Faßnacht. Mit einer 3,5-fachen Belegung dürfte die Versorgung gewährleistet sein.

Auch personell dürfte der Ansturm im Fach Biologie kein Problem darstellen. „Wir haben 13 Stellen geschaffen“, teilt Studienfachkoordinator Michael Bögle mit. Abzuwarten bleibt nun, wie viele Bewerber tatsächlich ihr Studium in Martinsried aufnehmen. „Viele bewerben sich an verschiedenen Unis oder für verschiedene Fächer parallel“, so Bögle. Erst nach der Einschreibung Mitte August herrscht Klarheit.

Sorgen bereitet Bögle dagegen die Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln an den Campus. „Der Busanschluss wird ein Problem“, so Bögle. 300 oder 500 Studenten morgens gleichzeitig nach Martinsried zu bringen, sei ein bedeutender Unterschied. Auch die Parkplatzsituation werde sicher spannend. Bessern werde sich diese Situation erst mit dem U-Bahnanschluss.

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