Chancen für Umgehungsstraße steigen

Gräfelfing - Die nicht ganz neuen, jedoch wiederbelebten Denkansätze zur St 2063 neu im Planegger Gemeinderat wecken auch in Gräfelfing neue Hoffnungen auf eine Verlängerung der Umgehungsstraße über Martinsried hinaus.

Als sich der Gräfelfinger Gemeinderat vor der Sommerpause entschloss, einen Bürgerentscheid mit einer großen und einer kleinen Variante der Umgehungsstraße durchzuführen, mag manchem in Planegg der Ernst der Lage erst bewusst geworden sein: Mit dieser Wahlmöglichkeit ausgestattet, ist das Projekt Umgehungsstraße in Gräfelfing - in der einen oder anderen Variante - wahrscheinlicher geworden denn je. Und damit der Handlungsdruck in Planegg erst recht gestiegen - zumal vor dem Hintergrund der nahenden Kommunalwahl.

„Ich begrüße das neue Nachdenken in Planegg natürlich sehr; es ist sicher richtig“, sagte Gräfelfings Bürgermeister Christoph Göbel auf Merkur-Anfrage. Die Debatte in Gräfelfing um eine kleine Lösung sei geeignet, in Planegg Ängste abzubauen. „Es wäre schön, wenn auf dieser Basis eine Verlängerung der Umgehungsstraße zumindest bis zur St 2344 wieder möglich wäre.“ Die städtebaulichen Entwicklungen von Freiham bis Martinsried selbst würden es mittelfristig schier unumgänglich machen, „den Verkehr außerhalb der bewohnten Ortsteile zu bündeln“.

Christoph Göbel machte allerdings auch aus seiner Sympathie für eine Verlängerung bis zur M 4 keinen Hehl. „Das gäbe eine enorme Entlastungswirkung gerade auch für Neuried“, so Göbel, mit der Möglichkeit, die St 2344 zwischen der Kreuzung mit der 2063 neu und der Ortsmitte auf eine Kreis- oder gar Ortsstraße herabzustufen. Allerdings habe er auch Verständnis für Menschen, die vor dem Einschnitt in das Waldgebiet warnten. Dies tut nach Darstellung von Planeggs Bürgermeisterin Annemarie Detsch beispielsweise ihre Neurieder Amtskollegin Ilse Weiß (wir berichteten).

In Gräfelfing erwartet man derweil für Oktober die Ergebnisse der Expertisen, die eine kleine Lösung der Umgehungsstraße untersuchen sollten. Dazu gehören eine punktuelle Verkehrszählung durch das Büro Fahnberg, eine Verkehrsprognose (Büro Kurzak), Pläne für den Tiefbau (Wagner & Partner) und eine Knotenpunkt-Simulation. Weitere Anforderungen, die in einem Planfeststellungsverfahren erfüllt sein müssten, sind teilweise durch die weit umfangreicheren Vorarbeiten für die große Lösung bereits abgedeckt, etwa das Kapitel Natur- und Artenschutz.

Liegen diese Untersuchungsergebnisse im Oktober vor, soll sich nach Angaben des Bürgermeisters der Gemeinderat damit befassen. Einigt er sich auf eine kleine Variante als Alternative im Bürgerentscheid, kann dieser rund drei Monate später stattfinden, also etwa im Februar oder März 2013. Bürgermeister Göbel: „Sollte es dann eine Mehrheit für die Umgehungsstraße geben, können wir bauen.“

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