Forst Kasten

Corona bringt Drückjagd zur Strecke

  • Victoria Strachwitz
    vonVictoria Strachwitz
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Im Forst Kasten leben Rehe und Wildschweine in paradiesischen Verhältnissen. Jetzt wurde auch noch die für heute geplante Drückjagd abgesagt.

Würmtal – Mehr Eicheln als in anderen Jahren, dazu jede Menge Beeren und frisch gepflanzte Bäume. Im Forst Kasten müssen Wildschweine und Rehe heuer wahrlich nicht hungern. Jetzt wurde kurzfristig auch noch eine für heute angesetzte Drückjagd mit Jägern, Treibern und Hunden abgesagt. Diese Saison soll es auch keine mehr geben. Glück für das Wild im Forst Kasten.

Die Forstverwaltung der Stadt München will keinen Wirbel verursachen. Seit Beginn der Pandemie ist der Wald bei Spaziergängern besonders beliebt. Für die Drückjagd wäre auf der Kreisstraße M 4 zwischen Neuried, Forst Kasten und dem Ortseingang von Buchendorf von 8 bis 17 Uhr mit Verkehrsbehinderungen und Geschwindigkeitsbeschränkungen zu rechnen gewesen. Eine Jagd ist oftmals ein heikles Thema. In Zeiten, in denen sich kaum jemand versammeln darf, will die Forstverwaltung für Forst Kasten lieber keine Ausnahmegenehmigung für die Zusammenkunft der Jäger zur Drückjagd erwirken. Josef Wöhrle, der zuständige Förster der Städtischen Forstverwaltung weiß: „So mancher hätte da kein Verständnis.“ Die Forstverwaltung zeigt sich daher solidarisch. Die Ausnahmegenehmigung wurde nicht beantragt und die Drückjagd abgesagt.

Auch sonst ist die Jagd in Forst Kasten aktuell schwieriger denn je. „Bis in die Nacht sind die Leute mit Stirnlampe im Wald unterwegs.“ Nächstes Jahr sollte die Drückjagd lieber nicht ausfallen, meint Wöhrle. „Von einem Jahr ist der Waldumbau nicht gefährdet“, erklärt er in Bezug auf die nun drohenden Verbissschäden durch die Rehe. Und was die vielen Eicheln in diesem Jahr betrifft: „Es wird sich vermutlich nächstes Jahr zeigen, dass das die Produktion der Wildschweine anregt.“

Die Landwirte in der Nachbarschaft sehen die Absage der Jagd entspannt und sind nicht in Sorge wegen ihrer Wiesen und Felder. „Die Jagd kann ausfallen“, sagt der Buchendorfer Obmann des Bauernverbandes Leonhard Lenker. „Es sind kaum Wildschweine da.“ Im vergangenen Jahr seien in Buchendorf 170 Sauen geschossen worden. „Heuer ist es wenig.“

Hartwig Görtler, Vorsitzender der Jägerschaft im Landkreis Starnberg, ist der Meinung: „Wildschweine vermehren sich brutal, diese Jagden sollte man auf jeden Fall stattfinden lassen.“ Die Afrikanische Schweinepest habe inzwischen Deutschland erreicht. Dennoch findet Görtler die Absage gerade dieser Jagd richtig. „Forst Kasten ist ein Naherholungsgebiet. Das muss man respektieren. Ich hätte genauso entschieden. Für so ein Waldstück kann ich nur raten, es sein zu lassen.“ Ein Glück für das Wild.

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